Wer hatte es schwerer im Finale von "Grill den Henssler Sommer-Special" (VOX): die leidgeplagten Köche oder die Juroren, die das Erbrutzelte verkosten mussten? Verzweiflung herrschte auf allen Seiten. Und Joachim Llambi legte sich mit dem Publikum an.
"Ich hab schon Kohlestaub auf den Stimmbändern", seufzte Steffen Henssler. Ja, das "Grill den Henssler Sommer-Special" (VOX) war lang und unterhaltsam, aber eben auch anstrengend. Aber im Staffelfinale, so Henssler, müsse er sich "noch mal richtig strecken. Die Gegner sind alle besonders motiviert." Es sollte sich zeigen, dass Motivation nicht alles ist.
Moderatorin Charlotte Engelhardt, Reality- und Ballermann-Star Calvin Kleinen sowie Moderator Jan Köppen wollten unter Kochlöffelführung von Koch-Coach Hans Neuner das Kunststück vollbringen, an dem Promi-Teams und Koch-Coaches seit drei Jahren scheitern: Steffen Henssler in einem Sommer-Special abzukochen.
Die Vorzeichen waren gut: Engelhardt und Kleinen hatten früher schon einen Kochgang gewonnen, Köppen und Neuner schon mal mit ihren Teams über Henssler triumphiert. Aber schon der Impro-Gang der Promis erinnerte Juror Alexander Herrmann eher an einen Hundefressnapf. Da war Engelhardt schon sauer: "Du hängst doch zu viel mit dem Llambi ab", knurrte sie. Aber es wurde nicht besser. Eine knappe Stunde später lag sie auf Knien und jammerte: "Ich will nach Hause." Aber Joachim Llambi kannte keine Gnade: "Jaja, Sie haben viel Mitleid", sagte er zum tröstend stöhnenden Publikum. "Das ist bei 'Let's Dance' dasselbe, wenn einer nix kann."
Charlotte geht's wie Schalotten: Sie wird von der Jury klein gemacht
Als Engelhardt zur Vorspeise schritt, neckte sie noch. "Letztes Mal habe ich mit Fleisch gewonnen. Da will ich Steffen mal einen Vorsprung geben und mache Fisch." Aber: Leg dich nicht mit dem Fisch-König an! Der lieferte nämlich formidabel ab und wurde mit 23 Punkten honoriert, Engelhardt bekam viel Kritik und nur 13 Punkte. Das geknickte Häufchen Elend ("Ich will hier nicht mehr sein!") wurde nur latent von Laura Wontorra getröstet: "Schalotten werden sonst nur in der Küche kurz und klein gemacht." Hier aber auch die Charlotte!
Ausgerechnet Calvin Kleinen, der sich - "Ich bin schlecht im Auswendiglernen!" - das Rezept mit Filzstift auf die Hand geschrieben hatte, trotzte der Henssler'schen Übermacht. Der muskulöse Realitystar wurde zu Beginn noch von allen hops genommen. "Ich dachte, das sind die Telefonnummern der West-Tribüne hier", quittierte Wontorra die "Spickzettel"-Aktion auf der Handfläche. Und "Hensslers Zivi" Howan Ari antwortete auf Wontorras Frage, ob er mit Kleinen tauschen wolle, ganz trocken: "Was meinst du jetzt? Mein Gehirn?" Am Grill zeigte sich der Ballermann-Star zwar latent chaotisch, aber erfolgreich: 23:23 hieß es nach seinem "Roadkill-Chicken mit Pfirsich-Chutney und gegrilltem Lauch".
Steffen Henssler schießt gegen Tim Mälzer - der gar nicht dabei ist
Als Jan Köppen, Dschungelcamp- und Ninja-Warrior-Moderator und generell verbal als Klassenkasper unterwegs, zum Dessert ("Belgische Waffeln mit Schokolade, Kichererbsen und Apfel") antrat, stand es schon 69:57 für Henssler. Der beschäftigte sich prompt auch weniger mit Köppen, als mit einem abwesenden Rivalen: Tim Mälzer. Als Wontorra grübelte, ob Henssler nicht schon mal mit Waffeln gegen Mälzer verloren habe, wurde Henssler forsch: "Ich hab niemals schlechter als Mälzer gekocht, das kann gar nicht sein, bei aller Liebe."
Mit lauem Grill grillt sich's schlecht. Unter der fehlenden Hitze litten erst die Köche und dann die Juroren, die das Ergebnis verkosten mussten. Wontorra begrüßte das Jury-Dreigestirn zum "letzten Gang" und Herrmann schmunzelte gleich: "Und so sieht's auch aus." Llambi sprach noch vor dem ersten Bissen von "Henkersmahlzeit". Nach dem ersten Bissen meinte er: "Da muss man sich überlegen, ob man das beim nächsten Mal noch mal machen möchte. Boah, war das schlecht." Jana Ina Zarrella war entsetzt: "Was ist das? War das so geplant?"