"Lernt man an der Schule nicht": Start-up-Gründer Linnar (33) bringt Kindern Finanz-Basics bei
Autor: Paula Oferath
, Donnerstag, 25. Juni 2026
Wie funktioniert KI, was bedeutet Inflation und wie gründet man ein Start-up? Fragen, die im Unterricht oft zu kurz kommen. Diese ZDF-Reportage zeigt, wie Ehrenamtliche Schülerinnen und Schüler auf das Leben nach der Schule vorbereiten.
Die meisten Schülerinnen und Schüler wissen, wie die binomische Formel lautet. Doch wie KI funktioniert, wie man Geld anlegt oder ein Start-up gründet, wissen die wenigsten. Die "37°Leben"-ZDF-Reportage "Life Teacher: Was nicht im Lehrplan steht" begleitet Charlotte (35), Linnar (33) und Ludwig (28).
Als Ludwig die Schule beendet hatte, fühlte er sich überhaupt nicht auf das Leben vorbereitet. Deshalb kam ihm die Idee, die gemeinnützige Organisation "LifeTeachUs" zu gründen. Menschen, die keine Lehrkräfte sind, kommen an Schulen und beantworten wichtige Lebensfragen, die im Schulalltag sonst oft zu kurz kommen.
Linnar aus Berlin geht ehrenamtlich an Schulen, wenn Unterricht auszufallen droht. Er selbst ist Gründer eines Start-ups, das inzwischen 110 Mitarbeiter beschäftigt. Das Unternehmen hat eine Software entwickelt, um Finanzprozesse zu digitalisieren. Sein Spezialgebiet als Life Teacher sind Finanzen.
Darüber lerne man in der Schule schließlich nichts, sagt Linnar. Er findet es nicht fair, dass manche Kinder durch ihr Elternhaus mit Finanzwissen aufwachsen und andere eben nicht. Deshalb erklärt er Begriffe wie Inflation oder Investments und vermittelt den Schülerinnen und Schülern dabei eine klare Botschaft: "Das Schlimmste, was ihr machen könnt, ist, das Geld auf dem Bankkonto liegenzulassen." Denn, wie der 33-Jährige betont: "Die Inflation frisst das Geld auf."
Linnar über Noten: "Ganz schnell total egal"
Auch die Frage nach der Bedeutung von Noten beantwortet Linnar auf seine ganz eigene Art: "Die Note, die ihr im Abitur oder im Realschulabschluss habt, ist in ganz vielen Fällen ganz schnell, total egal, und da fragt euch niemand mehr nach."
Schon früher wollte Linnar, genau wie seine Mutter, Lehrer werden. Stattdessen machte er sich selbstständig. Mit seiner Tätigkeit als "Life Teacher" möchte er nun etwas zurückgeben. Er erzählt: "Ich glaube, ich hatte immer Glück im Leben, und ich finde den Gedanken auch gut, mal etwas zurückzugeben und meinen Teil dazu beizutragen, dass auch andere mehr Glück haben."
Wer klärt die Schüler über KI auf?
Auch Charlotte engagiert sich ehrenamtlich bei "Life Teacher". Sie ist Juniorprofessorin für KI an der Universität Viadrina in Frankfurt (Oder). Über Social Media hatte sie von dem Projekt erfahren und fand das Konzept sofort spannend. Mit dem Beginn des KI-Hypes habe sie sich immer häufiger gefragt, wer eigentlich die Kinder in der Schule über dieses Thema aufklärt. Sie erklärt, wie KI funktioniert und welche Gefahren damit verbunden sind. Gleichzeitig möchte Charlotte ein Vorbild für Schülerinnen sein und zeigen, dass auch Frauen in der IT-Welt eine Stimme haben.