Im 26. "Friesland"-Krimi wird wieder einmal ein vermeintlicher Sensationsfund auf einer Wiese gemacht. Während die Polizisten Süher und Henk von einem jüngeren Gewaltverbrechen ausgehen, ist Chef Brockhorst überzeugt, dass es sich um einen alten Friesenhäuptling handelt. Und er ist nicht allein ...
Treue Zuschauerinnen und Zuschauer dürften im 26. Film der ZDF Krimireihe "Friesland - Der letzte Häuptling" ein kleines Déjà-vu erleben, denn wie in Fall 23, "Tief im Dreck", wird schon wieder ein vermeintlich sensationeller Fund auf respektive in der Erde unter einer Wiese, gemacht. War es zuvor eine antike Scheibe, ist es diesmal eine mumifizierte Leiche. Der Schafzüchter Tamme Renke (Rainer Strecker) legt sie auf der Suche nach Bodenschätzen frei und beendet damit Henk Cassens' (Maxim Mehmet) und Süher Özlüguls (Sophie Dal) gechillte Verkehrskontrolle auf einer Landstraße.
"Ein historischer Cold Case, ein Mord, der vor mehreren hundert Jahren begangen wurde", konstatiert gewohnt von sich selbst überzeugt ihr Chef Brockhorst (Felix Vörtler), nur weil er im Grab der Mumie eine alte Münze findet. Das ruft einen Bekannten aus besagtem 23. Fall auf den Plan: den großspurigen Archäologen Laurens Trautmann (Ulrich Brandhoff), der einmal mehr den ganz großen Sensationsfund wittert, als hinge sein Leben davon ab.
Ein Nachtgespenst geht um
Es handele sich um den verschollenen Häuptling eines alten friesischen Adelsgeschlechts, da ist sich Trautmann zu Brockhorsts Freude ziemlich sicher. Süher bleibt davon unbeeindruckt: Bis man wisse, wie alt die Leiche ist, bleibe sie "vor allem das Opfer eines Gewaltverbrechens". - "Frau Özlügül, Sie müssen doch nicht immer auf der Bremse stehen!", nölt Brockhorst wie ein trotziges kleines Kind, das vermeintlich "nie" etwas darf.
Es sind die kleinen Momente wie dieser, für die die Fans ihren "Friesland"-Krimi lieben. Und gut, dass es sie gibt. Denn besonders aufregend oder originell wird es im 26. Fall eher nicht. Vielleicht mit Ausnahme des vermeintlichen Geistes eines historisch gekleideten Edel- oder Klabautermannes, der mit Säbel nächtens durch die Gassen von Leer streifen soll. Historie oder Hysterie, das ist hier die Frage. Fragen haben Süher und Henk auch an die vielen Menschen, die mit der Weide, auf der das Skelett gefunden wurde, zu tun haben.
Alles wegen einer Weide?
Der Bauer, von dem Tamme und seine Frau Gesa (Inka Friedrich) sie seit Jahren gepachtet hatten, ist kürzlich verstorben, sein Erbe Jonas Schoonhoven (Pablo Konrad) will sie an eine Firma, vertreten durch Lara Bremer (Maike Jüttendonk) verkaufen, die Solaranlagen daraufstellen möchte. Dann taucht auch noch Fentje Joken (Stella Holzapfel) auf, die behauptet, eine Ur-ur-ur-Enkelin des Häuptlings und damit rechtmäßige Eigentümerin der Weide zu sein. Dabei darf vorerst überhaupt niemand von ihnen auf die Wiese, so lange die Leiche nicht identifiziert und freigegeben ist.
Das gestaltet sich allerdings schon bald auch schwierig, denn Bestatter Habedank (Holger Stockhaus) wird niedergeschlagen, die Mumie aus seinem Institut gestohlen. Armer Habedank. Er ist wieder einmal die tragische Figur des Films. Das Geschäft mit dem Sterben ist nicht mehr das, was es mal war, seit die Menschen neuerdings länger leben wollen. Der umtriebige Yunus hätte eine seiner tollkühnen Geschäftsideen, um Habedanks finanzielle Probleme zu lösen. Sie involviert, natürlich, den toten Häuptling. Nur bleibt der vorerst verschwunden - dafür liegt schon bald eine weitere, ganz eindeutig frische Leiche an seinem Fundort ...
Der 27. Film "Friesland - Friesische Verhältnisse" ist am Samstag, 14. November, im ZDF zu sehen. Wie im September bekannt wurde, wird Holger Stockhaus darin das letzte Mal als Bestatter Habedank auftreten. Der Schauspieler verlässt die Reihe auf eigenen Wunsch und wird von dem im aktuellen Film eingeführten Pablo Konrad ("Sturm der Liebe") ersetzt. . Weitere "Friesland"-Filme sind bereits abgedreht oder in (Vor-)Produktion.