Lebensgefährliches Live-Event auf Netflix verschoben - "weil es regnet"
Autor: Agentur dpa, Florian Hauner
Taipeh, Samstag, 24. Januar 2026
Der weltbekannte Kletterer Alex Honnold plant eine spektakuläre Aktion in Taipeh. Über Risiken, medienethische Debatten und die Rolle von Netflix wird intensiv diskutiert. Der Termin wurde jetzt verschoben.
Update vom 24.01.2026: Live-Event auf Netflix verschoben
Der geplante Aufstieg von US-Freeclimber Alex Honnold auf den mehr als 500 Meter hohen Wolkenkratzer Taipeh 101 ist um einen Tag auf Sonntag (09.00 Uhr Ortszeit, 02.00 MEZ) verschoben worden. "Weil es regnet", erklärte der 40 Jahre alte US-Amerikaner in einem kurzen Video bei Instagram. Statt sich auf der Spitze des 508 Meter hohen Wolkenkratzers feiern zu lassen, saß er mit Blick auf den Taipeh 101 drinnen im Trockenen. Sie seien angewiesen auf die "Gnade der Natur".
Zuvor hatte Netflix die Verschiebung mitgeteilt. Der Streaming-Dienst will die Aktion live übertragen. Die Entscheidung sei aus Sicherheitsgründen wegen schlechter Wetterbedingungen getroffen worden, hieß es.
Honnold: "Hoffen wir, dass das Wetter gut wird."
Er werde ein bisschen wandern und sich einen netten Tag machen, kündigte Honnold an. Er hoffe, dass er beim nächsten Versuch die Gelegenheit bekomme, auf den Taipeh 101 zu klettern. "Hoffen wir, dass das Wetter gut wird."
Seit rund zweieinhalb Monaten bereitet sich der 40-jährige Honnold auf den Aufstieg des Hochhauses vor. "Skyscraper live" nennt Netflix das Spektakel. Insbesondere die Live-Übertragung der waghalsigen Aktion hatte bereits für Kritik gesorgt.
Zu seiner Fertigstellung 2004 war der Taipeh 101 der höchste Wolkenkratzer der Welt. Mittlerweile wurde er vom Burj Khalifa in Dubai mit knapp 830 Metern Höhe abgelöst, der Taipeh 101 rangiert aktuell auf dem elften Platz der höchsten Gebäude der Welt.
Originalmeldung vom 22.01.2026: Netlix zeigt "Free Solo" Live-Event - ein Fehler endet tödlich
Zumindest für den Weg runter hat Alex Honnold einen äußerst unspektakulären Plan: Den Fahrstuhl. 101 Stockwerke, 508 Meter. Eine beeindruckende Glasfassade, pagodenartig gebaut, der Taipeh 101. Genau den will Honnold vorher hochklettern. Ohne Absicherung, aber vor laufenden Kameras, live gestreamt. "Skyscraper live" nennt Netflix das Spektakel. Waghalsig, riskant, lebensgefährlich. "Null Platz für Fehler", heißt es im Trailer.
In der Nacht auf Samstag um 2 Uhr deutscher Zeit ist es so weit: Honnold wird einen der höchsten Wolkenkratzer der Welt erklimmen. "Keine Seile, keine Ausrüstung, nur ich und das Gebäude", sagt Honnold: "Ich bin mittlerweile an die Angst gewöhnt. Sie klettert immer mit." Auf die Nachfrage in einem CNN-Interview, ob Netflix ein Sicherheitsnetz eingebaut habe, entgegnet er: "Nein."