Lanz wehrt sich gegen Unterstellung von CSU-Mann: "Soll ich aufhören, Sie kritisch zu fragen?"
Autor: Natascha Wittmann
, Freitag, 30. Oktober 2026
Bei "Markus Lanz" wollte CSU-Politiker Markus Blume eigentlich über Reformdruck und die Krise der politischen Mitte sprechen. Doch als er Frankreich als warnendes Beispiel anführte, zeigte sich der ZDF-Moderator sichtlich irritiert.
Beim jüngsten CSU-Parteitag sprach Parteichef Markus Söder von einer ernsten Lage für die Union - und teilte zugleich gegen die AfD und die Linke aus. Markus Lanz griff den Ton am Donnerstagabend in seiner ZDF-Sendung auf und machte daraus eine Grundsatzdebatte über den Zustand der politischen Mitte. Er eröffnete mit Söders Auftritt und dessen Warnung, es gehe inzwischen "um die Existenz der Volksparteien".
CSU-Politiker Markus Blume sagte dazu fast schon nüchtern: "Es ist eine ehrliche Bestandsaufnahme, denn wir sehen, was in anderen Ländern in Europa in den letzten Jahren zum Teil schon passiert ist." Solche "Erosionsprozesse" erkenne man, so Blume, inzwischen "auch bei uns in Deutschland".
Lanz wollte es genauer wissen und fragte, wer für diese Stimmung verantwortlich sei. Blume wich zunächst einer einfachen Schuldzuweisung aus: "Es lässt sich gar nicht auf eine Ursache zurückführen." Vielmehr finde "die politische Debatte" heute "völlig anders statt" als früher. Als Treiber nannte er soziale Netzwerke. Diese seien "der größte Freund der Parteien der Extreme", indem sie "dazu beitragen, dass Positionen der Extreme viel mehr Öffentlichkeit finden".
Lanz reagierte skeptisch: "Also die sozialen Netzwerke sind der Grund dafür, dass Sie Probleme haben?" Blume erklärte vorsichtig: "Das verändert natürlich das politische Klima. Die Mitte ist ja insgesamt heute nicht mehr so attraktiv."
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Dann setzte Markus Blume eine Spitze in Richtung Talkshows: "Ihre Sendung funktioniert dann gut, wenn sie richtig zur Sache geht!" Lanz konterte prompt: "Das heißt mit anderen Worten: Ich bin dafür verantwortlich, dass es schlecht läuft in der CDU, ja?" Der CSU-Mann beschwichtigte: "Das ist jetzt eine Zuspitzung, die würde ich nicht treffen wollen."
Doch Lanz blieb dabei: "Das ist doch wirklich Quatsch! Soll ich aufhören, Sie kritisch zu fragen, weil dann die Gefahr besteht, dass irgendjemand sagt, ach, vielleicht können die es gar nicht?" Blume räumte daraufhin eigene Fehler ein. So gehe es vor allem um "die Frage, wie sich Politik insgesamt präsentiert".
Zugleich lenkte er den Blick auf die Stimmung im Land: "Die größte Sorge der Deutschen ist, ob die Bundesregierung in der Lage ist, den Problemen des Landes Herr zu werden." Das sage "viel aus über die Gemütslage des Landes aktuell". Lanz widersprach energisch: "Nein, dann sagt das viel über die Bundesregierung aus!"