Lanz rechnet mit Wagenknecht ab - die poltert: "Auf dem Niveau bringt die Debatte nichts!"
Autor: Natascha Wittmann
, Dienstag, 08. Sept. 2026
In seinem ZDF-Talk wollte Markus Lanz von Sahra Wagenknecht wissen, "was passiert ist, dass Sie sich jetzt plötzlich zum Steigbügelhalter für die AfD machen". Die BSW-Mitgründerin reagierte gereizt.
Die AfD hat die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt klar für sich entschieden. Nach den vorläufigen Hochrechnungen kommt die Partei auf ein Rekordergebnis von rund 43,8 Prozent, verpasst damit aber ihr selbst gestecktes Ziel, allein regieren zu können. Genau an diesem Punkt setzte Markus Lanz am Montagabend an.
Im Zentrum der ausnahmsweise Montag ausgestrahlten Sendung stand das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW), das mit 5,3 Prozent knapp den Sprung in den Landtag schaffte und nun bei der Frage nach Mehrheiten zur Schlüsselrolle werden könnte. Zunächst erklärte Sahra Wagenknecht mit Blick auf die Wahlschlappe für die CDU: "Das ist doch wirklich ein so deutliches Zeichen einer abgrundtiefen Unzufriedenheit mit der herrschenden Politik." Sie legte nach: "Man muss sich ja auch nicht wundern, wenn man politisch immer wieder Entscheidungen trifft, die der Mehrheit der Bevölkerung regelrecht ins Gesicht schlagen, dass dann die Menschen unzufrieden sind!"
Lanz wollte wissen, ob das BSW nun dazu beitragen könnte, einen AfD-Ministerpräsidenten möglich zu machen. Wagenknecht wich aus: "Wir wollen, dass in Sachsen-Anhalt die Politik gemacht wird, die sich die Menschen wünschen." Als Lanz erneut nachfragte, ob das BSW gemeinsam mit der AfD Politik betreiben wolle, antwortete sie: "Da, wo es gemeinsame Mehrheiten gibt bei vernünftigen Positionen, für die wir auch gewählt werden, werden wir versuchen, im Landtag diese Mehrheiten zu nutzen."
Lanz unterbrach die ehemalige BSW-Vorsitzende und fragte konkret, ob das BSW Ulrich Siegmund "vorher zum Ministerpräsidenten" wählen werde. Wagenknecht reagierte genervt: "Das haben wir doch immer ausgeschlossen! Wir haben immer gesagt, wir wünschen uns einen überparteilichen Ministerpräsidenten (...) - jemanden, der für einen politischen Neubeginn steht."
Sahra Wagenknecht poltert: "Auf dem Niveau bringt die Debatte nichts!"
Der ZDF-Moderator ließ jedoch nicht locker: "Sie wollen nicht Herrn Siegmund als Ministerpräsidenten?" Wagenknecht antwortete knapp: "Ich fände es gut, wenn wir eine Persönlichkeit finden mit Statur, die tatsächlich über Parteigrenzen hinaus respektiert wird - aber die natürlich für eine neue Politik steht." Daraufhin wurde der Ton schärfer.
Lanz hielt Wagenknecht ihre frühere politische Rolle vor und sagte mit strengem Blick: "Jahrzehntelang haben Sie (...) die große Antifaschistin gegeben. Und jetzt das!" Wagenknecht konterte gereizt: "Auf dem Niveau bringt die Debatte nichts!" Lanz blieb jedoch dabei und wollte wissen, "was passiert ist, dass Sie sich jetzt plötzlich zum Steigbügelhalter für die AfD machen". Wagenknecht wies dies empört zurück: "Das finde ich unverschämt!"
Als Lanz nachhakte, "Was ist daran unverschämt?", schaltete sich AfD-Chef Tino Chrupalla ein: "Dass Sie zum Beispiel unterstellen, dass wir Faschisten sind!" Wagenknecht legte nach: "Nach Ihrer Logik muss jeder die CDU und das Altparteien-Kartell unterstützen. Wer das nicht mehr macht, der ist Steigbügelhalter der AfD!" Lanz schüttelte mit dem Kopf, doch Wagenknecht blieb bei ihrer Kritik: "Wir müssen darüber sprechen, warum hat die AfD diesen riesigen Erfolg? (...) Es ist eine wirklich perfide Diskussion, uns in diese Ecke zu stellen!"