Lange Wartezeiten sorgen beim "perfekten Dinner" für Unmut: "Stell dir das im Restaurant vor"
Autor: Bettina Friemel
, Freitag, 22. Mai 2026
Angela scheitert am Finalabend der "Das perfekte Dinner"-Woche in Bamberg an ihren eigenen Erwartungen. Zu viele Komponenten im Menü sorgen für übermäßig lange Wartezeiten, die die Gäste mit Brot und Alkohol überbrücken ...
Hundetrainerin Angela (52) wohnt mit Mann, zwei Söhnen und fünf Hunden in Stegaurach. Dass die Halbitalienerin das finale "perfekte Dinner" ausrichten darf, empfindet sie als "eine große Ehre und natürlich auch eine kleine Bürde". Auf jeden Fall hat sie sich für ihr Menü viel vorgenommen, hinzu kommen noch die fleischlosen Varianten für Lui (31) und die schweinlose Alternative für Ragil (34). Unter dem Motto "Die Konzentration auf das Wesentliche" gibt es:
- Vorspeise: Aus dem Wasser - Jakobsmuschel / Thunfisch / Lachs
- Hauptspeise: Aus Feuer und Erde - Presa / Zwiebel / Bamberger Hörnla
- Nachspeise: Aus der Luft - Birne PX / Kompott / Mousse / Haselnuss-Crumble
Während der Vorbereitungen erzählt Angela ihre spannende Lebensgeschichte: "Ich wurde mit zwei Jahren adoptiert. Ich hatte ganz tolle Adoptiveltern, die selber keine Kinder kriegen konnten." Als Tochter einer Süditalienerin kam sie in Deutschland zur Welt: "Meine Mutter war 15, als sie mich bekommen hat, deshalb bin ich auch adoptiert worden." Mit 16 wollte Angela mehr über ihre leibliche Mutter herausfinden: "Ich habe im Telefonbuch tatsächlich meine Großmutter gefunden." Seitdem habe sie wieder Kontakt. "An meiner ersten Hochzeit saßen meine beiden Mamas auch nebeneinander und haben gemeinsam geweint in der Kirche", erzählt sie. "Ich bin beiden dankbar."
Veggie-Alternative besser als das Original
In der vollausgestatteten Outdoor-Küche stoßen die Gäste mit dem Aperitif auf den letzten gemeinsamen Abend an. Nebenbei legt Angela das Fleisch zum langsamen Garen auf den Grill. Ragil schaut anderen gerne beim Kochen zu: "Fand ich sehr, sehr schön." Mathias (40) hätte gerne auch so eine komfortable Kochnische: "Bitte bei mir in den Garten."
Die Vorspeise besteht aus Jakobsmuscheln auf Safran-Schäumchen, Thunfischtatar und gebeiztem Lachs in Austern-Velouté. Für Lui hat sich Angela Salatherz auf Koriandersoße mit gebeiztem Eigelb überlegt. All das braucht seine Zeit. "Es hat eine Stunde und zehn Minuten gedauert bis zur Vorspeise vom Aperitif an", schaut Mathias genau auf die Uhr. "Wir haben das Brot aufgegessen und es waren zwei Weinflaschen", überbrücken die Gäste die Wartezeit mit dem, was zur Verfügung stand.
Angela entschuldigt sich: "Es waren doch ein bisschen viele Komponenten zum Vorbereiten." Für Lui hat sich das Warten gelohnt: "Die Vorspeise war echt der Hammer." Die Veggie-Alternative wäre Mathias und Schorsch (50) lieber gewesen, stellen sie nach dem Verkosten fest: "Die beste Komponente war mit dem gebeizten Ei."
Mathias redet sich in Rage: "So ein Quatsch"
Auch der langsam gegrillte Schweinenacken mit speziellen Bamberger Kartoffeln braucht eine Weile, deshalb will Angela schon mal den vegetarischen Jackfruit-Hackbraten für alle servieren. Warum sie nicht einfach das Fleisch schneller grillt als geplant, kann Mathias nicht nachvollziehen: "Ich könnte mich jetzt in Rage reden, weil das hat so wenig Sinn."