"Bekomme ich heute noch Gänsehaut": Verkäufer bewegt bei "Bares für Rares" nicht nur Horst Lichter
Autor: Natalie Cada
, Mittwoch, 25. Februar 2026
Ein DDR-Schicksal sorgte für große Emotionen bei "Bares für Rares" - obwohl das zu verkaufende Dokument auf den ersten Blick ganz unscheinbar wirkte ...
Ein Dokument aus der DDR, sieben Monate Stasi-Haft und die Unterschrift einer echten Musiklegende. In der Mittwochsausgabe der ZDF-Trödelshow "Bares für Rares" wurde aus einem Verkaufsobjekt ein "großes Stück Zeitgeschichte" und sorgte nicht nur bei Horst Lichter für Gänsehautmomente - obwohl viele fragten: "Warum willst du das denn verkaufen?"
Als Lichter erkannt hatte, dass es sich bei dem Schriftstück offenbar um eine Art persönlichen Ausweis des Verkäufers handelte, fragte er verwundert: "Warum möchtest du das verkaufen?" Ronald aus Berlin erwiderte nur: "Das ist eine lange Geschichte." Lichter blickte überrascht auf und sagte mit gespannter Neugier: "Dann erzähl - ich habe Zeit."
Horst Lichter begeistert: "Das ist wirklich ein großes Stück Zeitgeschichte"
"In den letzten Monaten der DDR habe ich mich offen gegen das Regime gestellt und vor dem Komitee für Menschenrechte in Berlin demonstriert", erinnerte sich Ronald an das Jahr 1988. Die Stasi habe ihn daraufhin direkt von der Straße weg festgenommen und inhaftiert. "Sieben Monate saß ich in Stasi-Haft", sagte der Verkäufer hörbar bewegt.
"Damit hatten wir damals nicht gerechnet", berichtete Ronald weiter. "Oh Mann", reagierte Lichter kopfschüttelnd und fragte nach: "Bist du anschließend ausgewiesen worden?" Ronald nickte. Im Juli 1988 sei er unmittelbar aus der Haft in Chemnitz "zur Übersiedlung in die BRD" ausgewiesen worden - genau so, wie es auch in dem Dokument vermerkt wurde.
"Dir konnte damals wohl kaum etwas Besseres passieren", bemerkte Deutschmanek mit Blick auf die Ausreise aus der DDR. "Spannend", sagte Lichter leise und sichtlich beeindruckt. Doch dann richtete er den Fokus auf die Unterschrift auf dem Dokument und wollte die Geschichte dahinter erfahren. "Da bekomme ich heute noch Gänsehaut", begann Ronald.
Nach seiner Entlassung hatte er das Glück, zunächst über ein Aufnahmelager in Gießen nach Frankfurt zu kommen und von dort weiter zurück nach Berlin zu fliegen. Und dort am Flughafen: "Wen haben wir dort gesehen? Tina Turner", berichtete der Verkäufer. "Mit meinen paar Brocken Englisch habe ich sie um ein Autogramm gebeten."
"Das ist wirklich ein großes Stück Zeitgeschichte", erklärte Lichter begeistert. Doch eine Frage ließ ihn nicht los: "Warum möchtest du dich jetzt davon trennen?" Roland legte den Kopf schief und überlegte kurz. "Es ist sicherlich eine schöne Geschichte," antwortet er schließlich, "aber man muss sich auch von seinen alten Sachen trennen".