Krankheit zwingt Lena (30) in Rente - TV-Reportage behandelt Schicksal
Autor: Friederike Hilz, Isabel Schaffner
Deutschland, Montag, 16. März 2026
Lena und Fabian sind jung, arbeiten - und werden plötzlich chronisch krank. In einer ZDF-Reportage zeigen die beiden, wie sie sich in die Berufswelt zurückkämpfen.
Lena ist 30 Jahre alt und bereits in Rente. Die ehemalige operationstechnische Assistentin erhielt 2022 die Diagnose Multiple Sklerose, was sie tief getroffen hat. Noch belastender war für sie jedoch ein anderer Moment: Wie sie im ZDF-Interview für die Reportage "37°Leben: Jung, krank, in Rente" berichtet, empfand sie den Tag, an dem sie ihren Spind im Krankenhaus leeren musste, als besonders schwer.
Vor ihrer Erkrankung hatte Lena auf TikTok eine Community aufgebaut. Damals teilte sie auf der Plattform unter Tränen mit ihren Followerinnen und Followern: "Ich bin die ganze Zeit nur noch am Pennen, ich habe überhaupt keine Kraft mehr." Und weiter: "Ich fühle mich seit Wochen nur noch alleine."
Keine Ruhe vor Schmerzen mehr - MS-Kranke will ihr Leben wiederhaben
Lena erhält eine volle Erwerbsminderungsrente, weil sie für eine Umschulung zu krank ist. Sie bekommt etwa 1700 Euro im Monat, zunächst befristet auf drei Jahre. Eigentlich möchte sie "wirklich gerne wieder arbeiten gehen". Als sie nicht mehr arbeiten durfte, fühlte sie sich "einfach nur als unnütz und vor allem auch als überflüssig", berichtet die 30-Jährige. Gleichzeitig macht der jungen Frau ihr Körper zu schaffen: "Auf einem Nullpunkt von Schmerzen bin ich schon seit Jahren nicht mehr."
Aufgeben ist für Lena aber keine Option: Sie geht mit ihrem Hund, sie geht weiterhin tanzen, auch wenn sie dabei oft gegen ihren Körper ankämpfen muss. Auch ihren TikTok-Account führt sie weiter und tauscht sich dort unter anderem mit anderen Betroffenen aus. Verständnis bekommt die 30-Jährige außerdem von ihrer Mutter, die wegen eines Schlaganfalls ebenfalls Frührentnerin ist.
"Wie eine Rentnerin habe ich mich heute definitiv nicht gefühlt - und das ist gut so", lächelt Lena nach einem Auftritt mit ihrer Tanzgruppe. Und auch ein Medikamentenwechsel macht ihr Hoffnung, wieder in die Berufswelt einsteigen zu können. Bei einem lokalen Sportausstatter hat sie sogar bereits einen Job in Aussicht. Bis ihre Rente in wenigen Monaten endet, will sie nun testen, ob sie arbeiten kann oder ob sie ihre Rente verlängern muss.
Was sind Symptome von Multipler Sklerose?
Multiple Sklerose (MS) ist eine entzündliche Erkrankung des Zentralen Nervensystems. Sie betrifft sowohl das Gehirn als auch das Rückenmark und beginnt meist im frühen Erwachsenenalter, wie der Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft, Bundesverband e.V. auf seiner Webseite erklärt. Viele Aspekte der Krankheit sind noch ungeklärt. Der Verlauf, die Beschwerden und der Erfolg der Behandlung können sich demnach von Person zu Person stark unterscheiden. Daher lassen sich allgemeingültige Aussagen nur schwer treffen.
Aus diesem Grund ist MS auch als "Krankheit mit den 1000 Gesichtern" bekannt. Zu Beginn einer MS-Erkrankung treten häufig motorische Störungen wie Lähmungen und Sehstörungen auf, so der Verband weiter. Dabei kann das Sehen verschwommen oder nebelig werden, was ein Zeichen für eine Entzündung des Sehnervs ist.