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"Ich war kein gutes Vorbild": Radio-Kommentator wird nach Wutanfall von der WM ausgeschlossen


Autor: Teleschau  

, Dienstag, 23. Juni 2026

Ein emotionaler Ausbruch während einer Live-Übertragung hat für den paraguayischen Radiokommentator Jorge Vera weitreichende Folgen: Die Fifa entzog ihm nach einer Schimpftirade die Akkreditierung für den Rest der Fußball-WM. Nun hat Vera um Entschuldigung gebeten.


Nach einer verbalen Entgleisung während einer Live-Übertragung hat die Fifa einem paraguayischen Radiokommentator die Akkreditierung für die laufende Fußball-Weltmeisterschaft in den Mexiko, Kanada und den USA entzogen. Jorge Vera, der für den paraguayischen Sender ABC arbeitet, ließ sich während des Spiels zwischen Paraguay und der Türkei massiv über die Schiedsrichter, die Fifa und Fifa-Präsident Gianni Infantino aus.

Grund für seine Wut war eine vorherige Rote Karte gegen den paraguayischen Nationalspieler Miguel Almirón. Dieser hatte während der Partie mit verdecktem Mund zu einem Gegenspieler gesprochen. Ein Verstoß gegen eine bei dieser WM neu eingeführte Vorschrift. Die Maßnahme solle verhindern, dass Spieler mögliche diskriminierende Beleidigungen auf dem Spielfeld hinter ihrer Hand verbergen können.

Die Rote Karte für Almirón löste bei Kommentator Vera jedoch eine heftige Reaktion aus. Den Schiedsrichter Ivan Barton bezeichnete Vera als "Dieb". Zudem richtete er scharfe Vorwürfe an die Fifa-Spitze: "Sie haben den Fußball getötet. Fifa, ihr habt den Fußball getötet", sagte Vera während der Übertragung und wandte sich dann an Fifa Präsident Gianni Infantino: "Infantino, du bist verantwortlich hierfür."

Radio-Kommentator bittet nach verbalem Ausfall um Entschuldigung

Der Reporter sprach von einer "Schande" und polterte an den Verband gerichtet weiter: "Ihr solltet euch schämen!" Vera attackierte außerdem den Präsidenten des südamerikanischen Kontinentalverbands: "Alejandro Domínguez, weniger Fotos mit Infantino. Lass dir ein paar Eier wachsen. Ihr Diebe!"

Für Vera hat der verbale Ausfall nun weitreichende Folgen: Die Fifa entzog dem Reporter seine Akkreditierung für den Rest der WM. Veras Arbeitgeber kritisierte die Entscheidung und bat darum, die Sanktion zu überprüfen. "Wir sind der Auffassung, dass der dauerhafte Entzug einer Akkreditierung für die gesamte Dauer des Turniers eine extreme und offenkundig unverhältnismäßige Sanktion für ein erstmaliges Fehlverhalten darstellt, das sofort eingeräumt wurde", erklärte ABC.

Auch Jorge Vera hat sich mittlerweile zu dem Vorfall gemeldet. Auf Instagram erklärte er in einem rund vier Minuten langen Video-Statement, er suche nicht nach Entschuldigungen und stellt klar: "Was ich gesagt habe, war falsch, und es liegt an mir, die Verantwortung dafür zu übernehmen." Und weiter: "In diesen Sekunden war ich kein gutes Vorbild." Vera räumt ein, Fehler gemacht zu haben, stellt jedoch klar, er übe seinen Beruf seit vielen Jahren mit "Leidenschaft, Engagement und Liebe zum Sport" aus.

Quelle: teleschau – der mediendienst