Kölner "Tatort" über böse TV-Entertainer: Diese deutschen Kinderformate sind Kult!
Autor: Eric Leimann
, Donnerstag, 09. April 2026
Im Kölner "Tatort: Showtime" mit Ballauf (Klaus J. Behrendt) und Schenk (Dietmar Bär) bekommt die Fernsehwelt selbst ihr Fett weg: Bei einem bekannten TV-Format für Kinder geht es hinter den Kulissen garstig zu. Welche deutschen Fernseh-Vorbilder sollte man kennen? Und wer war der böse Kinderstar?
Wer an ein Bildungs- und Unterhaltungsformat für Kinder in Deutschland denkt, das für jahrzehntelange TV-Tradition steht, landet man schnell bei "Die Sendung mit der Maus". Nach "Unser Sandmännchen" (seit 1959) ist "die Maus" das zweitälteste noch laufende Programm für Kinder in Deutschland. Seit 1971 produziert der WDR, der wohl nicht ganz zufällig auch "Tatort: Showtime" erschuf, die Lach- und Sachgeschichten für junge Zuschauer.
In vielen Elementen spielte die fiktive Sendung "Sachen und Lachen" im Krimi darauf an. Welche realen deutschen Kultkindersendungen sollte man kennen? Was schauten die Ü 60-Kommissare Klaus J. Behrendt und Dietmar Bär, als sie klein waren? Und warum war die Besetzung des bösen Kinder-TV-Stars mit Comedian Max Giermann ein ziemlicher Coup?
Worum ging es?
Frank Anders (Max Giermann) ist seit Jahrzehnten ein Star des Kinderfernsehens. Als Gesicht der Sendung "Sachen und Lachen" klärt er in wechselnden Kostümen und Rollen junge Fernsehzuschauer über die Wunder der Welt auf. Wie ist die Demokratie entstanden? Was muss man über das Weltall wissen? Und natürlich: Welches Verhalten ist richtig und welches falsch?
Privat jedoch ist Frank Anders anders. Abseits der Kamera ist der TV-Star ein Narzisst und cholerischer Wüterich. Als Franks langjähriger Kameramann Stefan Glück (Niels Bormann) - genannt Happy - ermordet im Kofferraum seines ausgebrannten Autos gefunden wurde, begannen die Kölner Kommissare auf dem Studiogelände zu ermitteln.
Worum ging es wirklich?
Der launige Krimi der Drehuchautoren Arne Nolting und Jan Martin Scharf ("Club der roten Bänder") ist gleichzeitig eine Hommage wie auch eine bissige Satire auf die Welt der Fernsehunterhaltung. Der größte Wurf ist dabei die Besetzung der Episodenhauptrolle mit dem brillanten Parodisten und Verwandlungskünstler Max Giermann ("Switch Reloaded").
Der 50-jährige Komiker zeigt hier die dunklen Seiten der Komik und kann dabei eindrucksvoll glänzen. "Showtime" gehört zu den unterhaltsamsten "Tatort"-Folgen seit Langem - und kommt dennoch nicht ohne Botschaften aus. Eine davon: Begegne deinem Idol lieber nicht, die Enttäuschung könnte groß sein.
Eine andere lautete: Wirf keinen Blick hinter die Kulissen von Film und Fernsehen, denn dort findet sich oft entweder Leere oder das Gegenteil der nach außen gezeigten Empathie. Fernsehen kann - von innen betrachtet - mitunter erstaunlich grausam sein.