Keine Leiche, kein Tatort: ARD-Doku zeigt, wie die Mörder von Alexandra R. dennoch überführt wurden
Autor: Teleschau
, Freitag, 26. Juni 2026
Im Dezember 2022 verschwindet die hochschwangere Alexandra R. spurlos. Bis heute wurden weder ihre Leiche noch ein Tatort gefunden. Trotzdem werden im Juli 2024 zwei Männer wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt. Die Doku "Mord ohne Leiche: Der Fall Alexandra R" greift den Prozess neu auf.
Am Morgen des 9. Dezember 2022 verliert sich die Spur der hochschwangeren Alexandra R. aus Katzwang bei Nürnberg. Bis heute gibt es keine Leiche, keine Mordwaffe und keinen Tatort. Dennoch wurden im Juli 2024 zwei Männer wegen des Mordes an der 39-Jährigen verurteilt. Wie das möglich war, hat die ARD-Doku-Reihe "Mord ohne Leiche: Der Fall Alexandra R" aufgezeigt.
Denn die Ermittler sowie die Staatsanwaltschaft sind sich schnell sicher, dass Alexandra R. ermordet wurde. Die hochschwangere Frau aus Katzwang verschwand im Dezember vor dreieinhalb Jahren, nachdem sie ihr Pflegekind in die Kindertagesstätte gebracht hatte. Zunächst deutete noch einiges auf ein freiwilliges Verschwinden hin. Alexandra verschickte am Tag ihres Verschwindens mehrere Nachrichten an Personen in ihrem Umfeld, in denen sie erklärt, ihr sei alles zu viel geworden. Ihrem neuen Lebensgefährten und Kindsvater schreibt sie zudem, sie würde ihren Ex-Freund Dejan B. noch lieben.
Dejan B. - Ein Name, der schnell in den Fokus der Ermittlungen rücken sollte. Gemeinsam mit seinem Geschäftspartner Ugur T. hatte er während der Beziehung mit Alexandra R. Immobiliengeschäfte über die Bankerin abgewickelt. Andrea Fillinger von der Nürnberger Mordkommission erklärt: "Dejan B. hat ab 2014 auf den Namen von Alexandra R. und auch auf das volle Risiko von Alexandra R. ein Immobiliengeschäft aufgezogen." Alexandra R. stellte ihren Namen und ihre Kreditwürdigkeit zur Verfügung, hatte mit den eigentlichen Geschäften jedoch nichts zu tun. Der Ex-Freund soll so seinen luxuriösen Lebensstil finanziert haben.
Ermittler gehen schnell von einem Mordfall aus
Im März 2022 trennte sich die 39-Jährige dann nach einem heftigen Streit von Dejan B., sperrte ihn aus ihren Konten aus und erstattete Anzeige wegen Betrugs. Zeitweise flüchtete sie sogar in ein Frauenhaus. Fillinger ist überzeugt: "Sie hatte Angst vor ihm."
Eine erste Spur liefert Alexandras Handy, das zuletzt in Südtirol geortet werden kann. Als die Polizei schließlich jemanden erreicht, meldet sich jedoch ein Lkw-Fahrer, der das Telefon auf seinem Sattelzug gefunden hatte. Für die Staatsanwaltschaft ergibt sich aufgrund der Vorgeschichte zwischen Dejan B. und Alexandra R. ein Anfangsverdacht, der sich durch weitere Indizien immer weiter zuspitzen sollte.
Die Polizei kann mithilfe von Überwachungskameras in der Nachbarschaft schließlich nachvollziehen, wohin Alexandra R. nach der Kita gefahren war. Sie besuchte eine ihrer Immobilien, um diese für einen Mietinteressenten vorzubereiten. Auf den Aufnahmen ist zu erkennen, wie Alexandra R. dabei von einem zweiten Wagen verfolgt wird. Einige Zeit später - vermutlich nach dem Besuch der Immobilie - machen sich beide Autos gemeinsam auf den Rückweg. Die Aufnahmen zeigen: Im ersten Wagen sitzt nun Ugur T., der Geschäftspartner von Dejan B.
Die Ermittler durchsuchen daraufhin die Immobilien und entdecken Klebeband, an dem sich Haare befinden. Bei einer näheren Untersuchung stellt sich heraus: Die Haare wurden herausgerissen und stammen von Alexandra R. Für die Ermittler spricht alles dafür, dass Alexandra in dem Haus überwältigt, geknebelt und entführt wurde. Die Hauptbeschuldigten: Dejan B. und Ugur T.