"Kämpf für die Kinder", sagt Eric Stehfest - dann geht er ab wie in einem Shakespeare-Drama
Autor: Teleschau
, Montag, 23. März 2026
Zickenzoff und Machomurks - Drama gibt's im Trash-TV meist ohne Ende und oft ohne Niveau. Aber große Tragödie? Folge sechs von "Promis unter Palmen" (SAT.1) geriet zum seltenen kulturellen Highlight: Reality meets "Romeo und Julia". Wie in der Vorlage waren am Ende aber nicht alle glücklich.
Dass man das erleben darf! Hohe Theaterkunst in der thailändischen Promi-Villa. Wo sonst vor allem Gezeter, Gekeife und ein Vokabular vorherrschen, für das man früher mit Seife den Mund ausgewaschen bekommen hätte, wurde plötzlich kunstvoll und dramatisch überhöht parliert. Denn Eric Stehfest, als Buchautor literarisch erfahren, hub an zur Adaption der vielleicht bekanntesten Tragödie der Welt und inszenierte eine "realitystische" Version von "Romeo und Julia". In den Titelrollen: der Stehfeste höchstselbst und - tataa - Maurice Dziwak.
Auf so eine Idee muss man erst mal kommen. Und Dilara Kruse, eher der unverblümten Intrige ("Eric muss weg") zugetan, guckte auch entsprechend verwirrt. Eric und der erstaunlich literarisch bewanderte "Löwe" Maurice fassten die Shakespeare'sche Vorlage auch für sie zusammen: zwei verfeindete Familien, Romeo und Julia, die sich lieben, aber nicht dürfen. Am Ende sterben beide. Das Ende in der Neuversion: Maurice: "Dann sterben wir beide." Eric: "Wenn, dann Arm in Arm." Maurice: "Hand in Hand."
Blieb die Frage: Wer ist Julia?
Großes Theater: Der Stehfeste und der Löwe geben "Romeo und Julia"
Man muss wissen: 1595, als "Romeo und Julia" vermutlich seine Premiere erlebte, wurden alle Frauenrollen von Männern gespielt. Deshalb war Maurices Ansage "Ich bin Julia, alles andere wäre eine Frechheit" historisch nachvollziehbar. Und die Chemie zwischen den beiden Hauptdarsteller:innen passte. Eric: "Wenn wir es schaffen, uns gegen unsere Familien zu stellen - wer weiß, was aus uns beiden hier vielleicht noch wird."
Der realitystische Hintergrund: Die verfeindeten Familien sind die Allianzen in der Villa. Eric steht mit seinen Getreuen, seiner Ex-Partnerin Edith Stehfest und seinem glühenden Fan-Girl Gina-Lisa Lohfink, der von der schwarzen Königin Dilara Kruse geführten Meute gegenüber. Diese weiß neben Löwe Maurice noch Sektdrossel Franzi Tenne und Muskelberg Kevin Wolter an ihrer Seite. Das Ziel von derer um Dilara: die Stehfests dezimieren und am besten erstmal Eric eliminieren.
Weil aber eigentlich, so Eric, er und Maurice eine "ganz intensive Beziehung miteinander" hätten und das mit ihnen "was ganz Besonderes sei", wurde Eric shakespearisch zumute.
Überraschung: Dilara Kruse und Franzi Temme sind Kapitäninnen
Die profane Reality zwischen der herzerwärmenden Tragödie ("Eines Tages werden wir uns wiedersehen! Ich schicke dir eine Taube!") ist schnell erzählt: Bei Tisch gab's Gezeter und Tränen bei Edith, weil Kevin sie anmaulte, sie solle bitte mehr aufräuemn ("Du kannst ja mal mitdenken"). Im Kapitänsspiel gab's Gekreisch wegen Kästen, in die man reingrapschen musste. Schaffte keiner richtig gut: es wurde kein müder Euro für die Zasterwand erspielt. Aber: Dilara und Franzi wurden trotzdem zu Kapitäninnen.