Jugendwahn in der TV-Branche: ZDF-Star setzt auf diese "Alternative"
Autor: Teleschau
, Montag, 09. März 2026
Dass Schauspielerinnen über 50 Jahre schwerer an Rollen kommen, ist in der TV-Branche bittere Realität, auch ältere Männer haben es zunehmend schwerer. ZDF-Star Teresa Weißbach (44) kritisiert das - und bereitet sich auf die Zukunft mit einem zweiten beruflichen Standbein vor.
Hat das deutsche Fernsehen Vorbehalte gegen die Darstellung der Lebensrealitäten älterer Menschen? ZDF-Star Teresa Weißbach ist davon überzeugt. "In Drehbüchern kommen immer wieder vor allem junge Frauen vor", stellte die "Erzgebirgskrimi"-Darstellerin im Interview mit "t-online" fest. Diesen "unerträglichen Trend" habe man aus den USA übernommen - selbst bei den Männern würden "die Rollen immer jünger".
Frauen sind aber nach wie vor besonders von dem unschönen Phänomen betroffen, das "unsere Alltagsrealität" laut Weißbach nicht abbilde. "Frauen um die 50 starten doch oft noch einmal richtig durch: Die Kinder sind aus dem Haus, viele orientieren sich beruflich neu, blühen auf. Im Fernsehen sehen wir sie jedoch meist als Betrogene, Mutter, Oma oder Nebenfigur. Erfolgreiche Frauen ab 50 bekommen wir kaum zu sehen." An einer fehlenden Zielgruppe könne das nicht liegen. Viel mehr würden sich ältere Generationen vom deutschen Fernsehen "nicht gesehen" fühlen.
Zweites berufliches Standbein als Sicherheitsmaßnahme
Für ihre eigene Zukunft will die 44-Jährige darum vorbereitet sein. Zwar sei sie "mit Leib und Seele Schauspielerin" und hoffe, "kein zweites Standbein" zu brauchen. Die Realität könne angesichts der beschränkten Rollenangebote für Frauen über 50 jedoch anders aussehen. Da sei es "nicht falsch, an Alternativen zu denken". Darum habe sie "vor drei Jahren eine berufsbegleitende Ausbildung zur Theatertherapeutin begonnen".
Dabei handle es sich nicht, wie oft angenommen, um eine Therapieform, die sich explizit an Schauspielerinnen und Schauspieler richte. Viel mehr sei Theatertherapie vergleichbar mit Musik- und Kunsttherapie. Die in Deutschland noch unübliche Methode nutzt Methoden des Theaterspiels, um Menschen im Umgang mit ihrer psychischen Gesundheit zu helfen. Ihr Angebot richte sich "an psychisch erkrankte Menschen, Suchtkranke oder Menschen mit Traumata", konkretisierte Weißbach gegenüber "t-online".
Quelle: teleschau – der mediendienst