JU-Chef greift Regierung wegen zweckentfremdeter Schulden an: "Nicht respektvoll"
Autor: Marko Schlichting
, Mittwoch, 25. März 2026
Die Bundesregierung will in den nächsten Monaten ein großes Reformpaket auf den Weg bringen. Wie es aussehen soll, ist strittig. Sandra Maischberger hat sich am Dienstagabend zwei Politiker in ihre Sendung eingeladen, die in fast allen Punkten unterschiedlicher Meinung sind.
Die Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz sind gelaufen. Nun will die Bundesregierung jede Menge Reformen einführen. Wie es nun weitergehen sollte, will am Dienstagabend Sandra Maischberger in der ARD von der ehemaligen Bundestagsvizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt von den Grünen und dem Chef der Jungen Union, Johannes Winkel, wissen.
Klar ist: Reformen sind dringend nötig. Laut den letzten Wahlumfragen hat die Regierungskoalition in der Bevölkerung ihre Mehrheit verloren. Gleichzeitig hat bei beiden Landtagswahlen die in Teilen rechtsextreme AfD deutlich zugelegt. Die Regierungskoalition hat also zwei Probleme zu lösen. Sie muss das Vertrauen in der Bevölkerung zurückgewinnen und gleichzeitig die AfD schwächen. Fraglich ist, ob ihr das bei den nächsten Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern gelingen wird.
Göring-Eckardt ist trotz der Wahlniederlage ihrer Partei in Rheinland-Pfalz glücklich. Denn nicht nur Baden-Württemberg wird aller Wahrscheinlichkeit nach einen grünen Ministerpräsidenten bekommen, auch in der Landeshauptstadt von Bayern wurde ein Grüner gewählt. Dominik Krause heißt der neue Münchner Oberbürgermeister. Göring-Eckardt kündigt schon mal ihren Besuch auf dem Oktoberfest an. "Ich habe mein Dirndl schon rausgelegt", droht sie bei Sandra Maischberger.
Göring-Eckardt kritisiert Cem Özdemir: "Verstehe die Logik nicht"
"Wer hat Bock auf Aufbruch in Deutschland? Wer hat Lust, was zu verändern?", fragt dagegen der JU-Chef. "Ich habe Angst davor, dass es keine Veränderungen in Deutschland gibt. Und das teilen auch viele junge Leute", fügt Johannes Winkel hinzu. Er wünscht sich Parteien, die verkrustete Strukturen aufbrechen wollen. Wen er damit meint, verschweigt er.
Göring-Eckardt will eine Reform schon mal nicht: Das Aus vom Verbrenner-Aus im Jahr 2035, das jedoch ihr Parteikollege Cem Özdemir fordert. "Das macht uns abhängig, und ich verstehe die Logik ehrlich gesagt nicht von dieser neuen Abhängigkeit von fossilen Energien", sagt sie. Eine neue Abhängigkeit werde es nicht geben, wendet Winkel ein - und erklärt: "Das Problem der erneuerbaren Energien ist, dass sie nicht grundlastfähig sind. Und weil sie nicht grundlastfähig sind und oft abgestellt und abgeriegelt werden müssen, haben wir in Deutschland extreme Mehrkosten: hohe Netzentgelte und ein zu hohes Engpassmanagement."
Winkel weiter: "Das führt zu einem extrem hohen Energiepreis in Deutschland. Wir sind nicht mehr wettbewerbsfähig, was den Strompreis anbelangt, und das führt zu einer hohen Abwanderung von Unternehmen. Davon ist unter anderem auch Baden-Württemberg sehr betroffen." Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche wolle kein Ende der erneuerbaren Energie, sie wolle diese Energieform unter marktwirtschaftlichen Gesichtspunkten weiterführen.
JU-Chef fordert Rückkehr zur Kernkraft
"Dass erneuerbare Energie teuer ist, hat nur damit zu tun, dass wir so spät damit anfangen und dass wir falsche Anreize setzen", entgegnet Göring-Eckardt und bekommt dafür viel Applaus. Winkel nennt drei ziele für eine moderne Energiepolitik: Deutschland müsse klimaneutral werden, aber trotzdem Industrieland bleiben.