Bei "Bares für Rares" gibt es nichts, was es nicht gibt: In der ZDF-Trödel-Show wurde diesmal eine luxoriöse Rarität zum Verkauf angeboten. Als Horst Lichter herausfand, was sich in der Holzkiste verbarg, machte er große Augen.
"Ach, das kenne ich! Das ist eine Feldküche", strahlte Horst Lichter, als in der Freitagsausgabe der ZDF-Trödelshow ein ganz besonderes "Bares für Rares"-Objekt erblickte. "Jetzt eine schöne Erbsensuppe, mein Freund", bekam Lichter direkt Appetit. Der sollte ihm jedoch gleich wieder vergehen. "Lieber nicht", rümpfte die Verkäuferin Steffi aus Neustadt an der Weinstraße die Nase. Der Experte Sven Deutschmanek grinste: "Davor oder danach?"
"Diese Toilette ...", begann Steffi, wurde jedoch direkt von Horst Lichter unterbrochen. "Toilette?", schaute er sie ungläubig an. "Ja, es ist eine Toilette. Ein WC ist das, ein Wasserklosett", nickte die Verkäuferin. "Meine Mutter hat das in den 80er-Jahren mal in Seefeld am Ammersee beim Antiquitätenhändler gekauft", fuhr Steffi fort. "Warum?", äußerte Lichter die naheliegende Frage. Die Antwort: "Weil sie es toll fand." Dem stimmte der Moderator zu: "Es ist wirklich hübsch."
In die Box aus Mahagoni war eine Keramikschüssel eingebaut. "Die Schüssel ist verbunden mit einem Kupfereimer", erklärte Deutschmanek. "Das ist eine Reisetoilette gewesen. Leute, die ein bisschen mehr Geld hatten, die haben sowas mitgenommen." Hergestellt wurde das WC von R. Wiss zwischen 1880 und 1900 in England: "Das war letztendlich ein luxuriöseres Gut, was der dort verkauft hat, weil wir reden ja von einer Wasserspülung." Deutschmanek demonstrierte anschaulich die Funktion: "Wenn du gestuhlt hast, kam erst mal der Deckel drauf." Über einen Wassertank wurde die Schüssel anschließend gespült.
"Bares für Rares"-Händler begeistert: "Das konnte sich keiner leisten"
Horst Lichter folgte fasziniert der Vorstellung. Steffi wünschte sich den ehemaligen Kaufpreis, den ihre Mutter investiert hatte: "Die hat 2.900 DM bezahlt." Dass der Preis heute wohl nicht mehr zu erzielen war, wusste sie jedoch. "Das ist kurios, aber man muss überlegen: Was macht man damit?", meinte Sven Deutschmanek und stellte einen Wert von 400 bis 600 Euro in den Raum. "Ich wäre froh, wenn ich die Toilette nicht mehr mit nach Hause nehmen muss", hoffte Steffis Begleiter Reinhard auf einen Käufer.
"So reizvoll das Ding auch aussieht, es ist und bleibt für den Arsch", begutachtete Walter Lehnertz das WC. "Sie ist transportabel, sie ist aus London", zählte Wolfgang Pauritsch die Pluspunkte auf. "Ich fange mal an mit 80 Euro", meldete sich Lehnertz zu Wort. In Zehnerschritten ging es weiter, bis sich nur noch Walter Lehnertz und Markus Wildhagen um die Toilette stritten.
"Einer von euch beiden greift ins Klo", kommentierte Pauritsch das Duell. Bei 350 Euro stieg Lehnertz aus und überließ die Toilette seinem Konkurrenten. Pauritsch gratulierte: "Unglaublich! Zwei Weltkriege überlebt. Eigentlich noch in gutem Zustand, und es war früher natürlich ein Luxus-Artikel." Wildhagen nickte: "Das konnte sich keiner leisten."
Für teures Gemälde schließen sich zwei Händler beim Kauf zusammen
Was außerdem verkauft wurde: das Porträt der Schwiegermutter von Joseph Karl Stieler aus der Zeit zwischen 1820 und 1830 mit einem Wert von 9.000 bis 11.000 Euro. Für 4.600 Euro bekamen Wolfgang Pauritsch und Julian Schmitz-Avila den Zuschlag, die sich beim Kauf zusammenschlossen.