Jan Josef Liefers über Fehler im ZDF: "Diese Tools erinnern mich mehr und mehr an die DDR"
Autor: Teleschau
, Montag, 22. Juni 2026
Elon Musk hat sich erfolgreich gegen eine Anmoderation im ZDF gewehrt. Hinter dem Fehler erkennt Jan Josef Liefers "Tools", die ihn an die DDR erinnern. Das gab der "Tatort"-Schauspieler im Podcast von Paul Ronzheimer zu verstehen - und erhielt prompt Widerspruch.
Jan Josef Liefers war 25 Jahre alt, als die Mauer fiel. Für den in Dresden geborenen Schauspieler war es nach eigenen Angaben "das Beste, was mir passieren konnte". Doch rund 27 Jahre später erinnert ihn manches im wiedervereinten Deutschland an die DDR. Das sagte der "Tatort"-Star in der aktuellen Folge des Podcasts von "Bild"-Vize Paul Ronzheimer.
Er wisse, dass es eine "schwierige" Aussage sei, und meine sie "nicht präzise inhaltlich", sagte Liefers. Nachdenklich hätten ihn aber zuletzt einige Medienskandale und die dahinter liegenden Muster gemacht. "Diese Tools erinnern mich mehr und mehr an die DDR", erklärte er.
Der 61-Jährige nannte als Beleg unter anderem das umstrittene "ARD-Framing-Manual", das 2019 publik geworden war. Das interne Gutachten über eine wertegeleitete Wortwahl "hätte auch jemandem in der DDR einfallen können", glaubt Liefers. Zudem bezog er sich auf eine Anmoderation zu einem Beitrag aus der Sendung "ZDF heute live". Darin waren unlängst gewalttätige Krawalle in Belfast mit Elon Musk in Verbindung gesetzt worden. Der Tech-Milliardär ließ das ZDF daraufhin abmahnen und zur Abgabe einer Unterlassungserklärung auffordern. "Das ZDF hat diese abgegeben und die fragliche Passage in der Anmoderation entfernt", hieß es vonseiten des Senders.
Jan Josef Liefers nennt politische Brandmauer "eine Ideologiegeburt"
Liefers erkennt hinter dem redaktionellen Fehler offenbar Methode: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass das mal irgendwie jemandem überlassen wird, wie die Zunge schnalzt", unterstellte Liefers. "Man will doch damit etwas erreichen." Widerspruch gab es vom Gastgeber des Podcastst: "Ich bin vorsichtig damit, so etwas als systemisch zu begreifen", wandte Paul Ronzheimer ein. Es sei im Redaktionsalltag nicht so, "dass der Chef anruft und sagt: Mach mal die Moderation soundso." Dennoch räumte der stellvertretende "Bild"-Chefredakteur ein, dass solche Fehler immer wieder und zu häufig passierten.
Auch auf die "Brandmauer"-Debatte wurde der Star-Schauspieler im "Ronzheimer"-Podcast angesprochen. Liefers hält sie für "eine Ideologiegeburt". Ihn erinnere das selbst auferlegte Kooperationsverbot mit der AfD an die berühmte Honecker-Aussage, wonach die Berliner Mauer auch in 100 Jahren noch stehen werde. Tatsächlich habe sie danach nicht mal ein Jahr Bestand gehabt.
Über die Brandmauer im politischen Sinn sagte der Professor-Boerne-Darsteller aus dem Münster-"Tatort": "Meine Frage, die ich nicht ganz beantworten kann: Ist sie vernünftig, nützt sie uns, nützt sie unserem Land und wenn ja, wem?" Und weiter: "Ist es vernünftig, ein Drittel der Leute sozusagen mitzuisolieren und zu sagen: 'Ihr bekommt keinen Zugang zu Regierungsverantwortung in diesem Land, dafür sorgen wir.'"
"Ist die Demokratie ein fragiles, altes Mütterchen?"
Dies sei eine "schwierige Frage", räumte der Schauspieler ein. Dahinter stehe die Überlegung, was die Demokratie in der Lage sei auszuhalten: "Ist sie ein fragiles, altes Mütterchen, dem man überall unter die Arme greifen muss? (...) Oder ist die Demokratie ein dynamischer Mensch im besten Alter (...), der auch mal einen Punch verträgt?"