In "The Miniature Wife" schrumpft ein Wissenschaftler seine Frau: Jetzt kann er sich groß fühlen
Autor: Teleschau
, Dienstag, 28. April 2026
Liebling, jetzt bist du geschrumpft: Die etwas zu sorglose Comedy-Serie "The Miniature Wife" beleuchtet ganz besondere Szenen einer Ehe.
Für manche Männer ist es schwer zu ertragen, wenn die eigene Ehefrau erfolgreicher ist als sie selbst. Aber muss man sie deswegen gleich auf Puppengröße schrumpfen? Okay, der Wissenschaftler Les Littlejohn (Matthew Macfadyen) hat seine Frau Lindy (Elizabeth Banks) nicht absichtlich verkleinert. Doch nun muss die Pulitzer-Preisträgerin in einem Puppenhaus wohnen: "The Miniature Wife" (ab 30. April bei Sky und Wow) hätte das Zeug zu einer gesellschaftskritischen Satire gehabt, entscheidet sich aber lieber für eine Screwball-Comedy und verschenkt eine Menge Potenzial.
"Die Wahrheit ist: Ich habe es geschafft, meine Frau sehr, sehr klein zu machen", stellt Les nach dem Unfall fest. Was dabei mitschwingt, auch wenn er es nicht sagt: Jetzt kann sich Les endlich groß fühlen. Zu lange stand er in Lindys Schatten.
Les, der gerne mit auffälligen roten Sportwagen durch die Gegend fährt und sich jovial gibt, schielt seit Jahren auf den Nobelpreis. Er will mit seiner Miniaturisierungstechnologie die Landwirtschaft revolutionieren und den Hunger in der Welt besiegen. Das Schrumpfen klappt schon relativ gut, die Rückvergrößerung hingegen nicht: Für den letzten Schritt zu seinem ohne Frage hehren Ziel fehlen Les die finanziellen Mittel.
Also bleibt Lindy erst einmal eine Gefangene in ihrem Puppenhaus - nicht zuletzt, weil es für Les einfacher ist, sie zu ihrer eigenen Sicherheit einzusperren. Doch in Wirklichkeit wird das Leben noch komplizierter, als es ohnehin schon war.
Viele absurde Momente
Es ist leider ziemlich sorglos, wie die Showrunner Jennifer Ames und Steve Turner mit der Geschichte aus Manuel Gonzales' Erzählband "The Miniature Wife: and Other Stories" umgehen. Zumal sie einige unpassende Nebenstränge (widerspenstige Tochter, merkwürdiger Investor, versehentliche Plagiatsaffäre) einflechten und mit Elizabeth Banks und Matthew Macfayden zwei großartige Hauptdarsteller (und den wunderbaren O-T Fagbenle in einer romantischen Nebenrolle) verschwenden. Banks muss die meiste Zeit Wein aus klitzekleinen Gläsern trinken und Matthew Macfayden hysterisch anschreien, wenn er mit seinem großen, sorgenvollen Gesicht vor ihrem Miniatur-Fenster auftaucht.
Eigentlich bietet allein dieses Bild die perfekte Ausgangslage für eine schwarze Komödie über Machtverhältnisse in einer Ehe im Speziellen und im Patriarchat im Allgemeinen. Aber "The Miniature Wife" beschränkt sich dann doch auf die absurden Momente und - immerhin - ein paar ganz große Emotionen.
Quelle: teleschau – der mediendienst