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Im Podcast erklärt Markus Lanz, weshalb er Björn Höcke nicht in seine Talkshow einlädt


Autor: Franziska Wenzlick

, Freitag, 05. Juni 2026

Während einige seiner Parteikollegen längst regelmäßig bei "Markus Lanz" auftreten, war Björn Höcke noch nie in der ZDF-Sendung zu Gast. In seinem Podcast erklärte Lanz nun den Grund hierfür.


Richard David Precht ist "grundsätzlich der Ansicht", dass man Björn Höcke inhaltlich "stellen sollte". Auch er selbst sei "zwei- oder dreimal gefragt worden", ob er den AfD-Politiker in seinen ZDF-Talk "Precht" einladen würde, offenbart er im Podcast "Lanz + Precht". In diesem Fall sei dies jedoch nicht sinnvoll, da das Format "die intellektuelle Vertiefung eines mehr oder weniger philosophischen Themas" anstrebe - "das wird mit Björn Höcke nicht möglich sein", glaubt der TV-Philosoph.

"Ich habe auch früher mal gesagt, ich würde mit eigentlich allen AfD-Politikern reden. Mit Ausnahme von Björn Höcke", erklärt Precht weiter. Ihm sage der Gesprächsstil des Thüringers nicht zu: "Das hat vor allen Dingen was damit zu tun, dass seine Art zu reden so apodiktisch ist und es auch schwer ist, ihn im Zweifelsfall zu unterbrechen."

Das kann auch Markus Lanz nachvollziehen. Er erinnert an einen Auftritt Höckes im Jahr 2015, als dieser in einer Talkshow von Günther Jauch demonstrativ eine Deutschlandfahne über seine Stuhllehne hängte. "Ich habe mich damals wahnsinnig empört", sagt Lanz. "Mein Reflex war: Was erlaubt sich da jemand, die Deutschlandfahne sozusagen für sich zu reklamieren?"

Während Precht gar von einer "Art von feindlicher Übernahme der bundesrepublikanischen Fahne" spricht, verrät Lanz mit Blick auf sein eigenes Talk-Format: "Das ist der Grund, warum wir auch bislang darauf verzichtet haben, Björn Höcke anzufragen." Der ZDF-Moderator überlegt: "Ich weiß auch gar nicht, ob er kommen würde."

Markus Lanz: "So können wir nicht miteinander umgehen"

Nichtsdestotrotz suche er in seiner Sendung "auch immer wieder die Auseinandersetzung mit AfD-Vertretern". So sei Parteichef Tino Chrupalla ebenso regelmäßig zu Gast wie Alice Weidel und Beatrix von Storch. "Und da gibt es auch immer Stress, teilweise vor dem Studio, teilweise im Studio."

Lanz gesteht: "Eine Sache irritiert mich zunehmend." Er spreche "darüber auch immer wieder kritisch, insbesondere mit Grünen-Vertretern, aber auch mit anderen, die stolz darauf sind, dass sie im Bundestag AfD-Bundestagsabgeordnete weder grüßen noch ihnen die Hand geben". Dafür habe der Journalist kein Verständnis. "So können wir nicht miteinander umgehen."

Zudem würden sich Lanz zufolge immer wieder Politiker einen Auftritt in seiner Sendung verweigern, wenn zeitgleich auch AfD-Vertreter geladen seien. "Das ist legitim. Das kann man alles machen, das kann man alles sagen", findet Lanz. "Man muss aber für das Protokoll einmal festhalten: Umgekehrt kommt diese Ansage nicht."

Er habe "das Gefühl, die Gräben sind da ohnehin schon wahnsinnig tief". Zwar vernehme er im Gespräch mit AfD-Politikern teilweise einen "unglaublichen Hass auf die etablierten Parteien", räumt der Polittalker ein. "Aber man ist zunächst mal bereit zum Gespräch, zunächst mal bereit zum Austausch."

Das scheint Richard David Precht nicht so stehen lassen zu wollen: "Zum Austausch gehören natürlich zwei Dinge dazu", wirft er ein. "Das eine ist die Bereitschaft, mit jemandem zu reden. Und das andere ist die Bereitschaft, jemandem zuzuhören - und auch auf dessen Argumente einzugehen."

Die ganze Episode von "Lanz + Precht" gibt es unter anderem auf Spotify und Apple Podcasts sowie als Video-Podcast im YouTube-Kanal des ZDF.

Quelle: teleschau – der mediendienst