Druckartikel: Im Free-TV: Dieser packender 70er-Jahre-Thriller ist ein echter Geheimtipp

Im Free-TV: Dieser packender 70er-Jahre-Thriller ist ein echter Geheimtipp


Autor: Teleschau  

, Freitag, 16. Oktober 2026

Lino Ventura jagt als einsamer Kommissar einen Richtermörder - und stolpert dabei in die höchsten Kreise der Macht.


Mal raubeiniger Ganove, mal undurchsichtiger Agent - wo immer Lino Ventura im Film auftaucht, fliegen die Fetzen. Mit der Verkörperung harter Einzelgänger wurde der in Parma geborene Italiener zum französischen Kino-Star. Er drehte unter anderem mit Louis Malle "Fahrstuhl zum Schafott" (1957) und mit Henri Verneuil "Der Clan der Sizilianer" (1969). Bis zu seinem Tod im Oktober 1987 spielte Ventura in über 90 Filmen mit - und überzeugte meist. So auch in Francesco Rosis Polit-Thriller "Die Macht und ihr Preis" (Montag, 19. Oktober, 20.15 Uhr, ARTE)von 1975, in dem der Ausnahme-Schauspieler mit den melancholischen Augen als Kommissar zu sehen ist.

Kommissar Rogas (Ventura) wird damit beauftragt, den Mord an zwei hohen Richtern und einem gefürchteten Staatsanwalt aufzuklären. Alle drei wurden mit derselben Waffe getötet. Rogas tippt auf einen Racheakt. Er macht drei Verdächtige ausfindig, bei deren Prozessen jeweils einer der Ermordeten den Vorsitz hatte. Schließlich bestätigt ein vierter Mord seinen Verdacht. Die Spuren führen Rogas in höchste politische Kreise. Da wird er plötzlich von seinen Vorgesetzten zurückgepfiffen.

Plädoyer für Transparenz

Doch der Kommissar hält es für seine Pflicht, seine Nachforschungen auf eigene Faust fortzusetzen. Er will den Gerichtspräsidenten (Max von Sydow) warnen, der seiner Meinung nach stark gefährdet ist. Als Rogas jedoch dessen Arbeitszimmer betritt, macht er eine Beobachtung, die ihn die Mordserie in neuem Licht erscheinen lässt.

Seit Mitte der 50er-Jahre versuchte sich der 2015 verstorbene Regisseur und Drehbuchautor Francesco Rosi ("Der Fall Mattei", "Chronik eines angekündigten Todes") an den Themen soziale Gerechtigkeit und politische Transparenz. Es geht ihm darum, Korruption oder Macht-Missbrauch durch Staatsbeamte zu entlarven. Aus diesem Engagement heraus entstand auch der spannende Polit-Thriller "Die Macht und ihr Preis" nach dem Roman "Tote Richter reden nicht" des 1989 verstorbenen sizilianischen Schriftstellers Leonardo Sciascia. Allerdings werde die Problematik der Machtverhältnisse "nicht umfassend dargestellt", urteilte das "Lexikon des internationalen Films".

Quelle: teleschau – der mediendienst