"Bares für Rares"-Händlerin muss lauthals einschreiten: "Nicht dran ziehen"
Autor: Michael Eichhammer
, Dienstag, 20. Januar 2026
Das ging noch mal gut aus: Dass ihn ein Schmuckstück in der Donnerstagsfolge von "Bares für Rares" an eine Ziehharmonika erinnerte, wollte Julian Schmitz-Avila rabiat vorführen. Die spätere Käuferin hielt ihn glücklicherweise davon ab.
Als Wendela Horz die Glieder des Gold-Armbands über ihre Finger gleiten ließ, brachte das den Moderator völlig aus dem Konzept. "Oh, ich mag das! Mach noch mal!", bat Horst Lichter inmitten seines Moderationssatzes. Wendela Horz tat ihm den Gefallen und machte dazu Geräusche wie für ein Kleinkind. Der Moderator war sichtlich begeistert. Dann kamen die Verkäufer dazu.
Auch über die beiden freute sich der Moderator: "Das ist ein Liebespärchen, das mag ich so gerne sehen." Er wurde konkret: "Wenn du siehst wie die beiden so Hand in Hand zu uns kommen", erklärte er Horz. Annemarie und Helmut waren seit über 55 Jahren verheiratet.
Wendela Horz gerät bei Armband ins Schwärmen
"Das hier soll euch weiterhelfen bei der Erfüllung von Wünschen, könnte ich mir vorstellen", dachte der Moderator ins Blaue. Nicht ganz falsch: "Wir wollen unsere Söhne unterstützen", so Annemarie. Bei denen standen "Baumaßnahmen in ihren Wohnungen" an.
Den Schmuck, der dies finanzieren sollte, war ein Erbstück von Helmuts Tante. Wendela Horz erkannte italienische Provenienz und schätzte auf die 1960er Jahre. Die Gravur verriet die Stadt Vincenza und den Hersteller Gruppach Orfei.
"750er Gold, also eine sehr schöne, hochwertige Legierung", erkannte die Expertin. "Es wirkt wie Filigranschmuck, aber es ist eine ganz andere Technik: ein Milanese-Armband", ging Wendela Horz in die Tiefe. Horst Lichters fragender Blick war für sie eine Aufforderung.
Das Armband-Geflecht sei "nicht aus Ösen zusammengesetzt", sondern aus langen Spiralen vergleichbar mit einem Ringbuch, deren Spiralen man ineinander gedreht hätte. Dazu wurden "kleine Kügelchen an die Enden drangelötet". Kurz gesagt: "Das ist wirklich aufwendig."
Bei dieser Art von Schmuck würde man gut erkennen, "wie viel die Stücke getragen wurden, weil das Ganze gibt in sich ein bisschen nach, je mehr es strapaziert wird", so Horz. "Dieses wurde nicht sehr strapaziert." Zumindest noch nicht ...