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"Ich hoffte, dass er wechselt": Deshalb wollte Joshua Kimmichs Frau weg vom FC Bayern


Autor: Teleschau  

, Dienstag, 09. Juni 2026

Er war schon so gut wie weg. Im Herbst 2024 grübelte Joshua Kimmich darüber, seinen FC Bayern München zu verlassen und bei Paris Saint-Germain anzuheuern. Die Frau an seiner Seite war einen Schritt weiter: "Ich hoffte eigentlich, dass er wechselt", gesteht Lina Kimmich.


Mia san mia? Im Sommer 2024 hieß es für Joshua Kimmich beinahe eher: "I bin weg". Der damals 29-jährige Star des FC Bayern München fühlte sich in München ungewollt, unverstanden und wurde gleichzeitig von Paris Saint-Germain heiß umworben. "Stand jetzt wüsste ich nicht, was passieren sollte, dass ich verlängere", empfand Kimmich damals und fühlte sich "zu 95 Prozent weg". Seine Frau Lina (34), seit 2014 an seiner Seite, war sogar noch einen Schritt weiter: "Ich hoffte eigentlich, dass er wechselt."

In "Kapitän Kimmich", der neuen ZDF-Dokumentation von Jan Mendelin, offenbart sich erstmals, welch ein Thriller sich um die Vertragsverlängerung von Joshua Kimmich entwickelte - und warum er sich doch noch zum Happy End für die Bayern-Fans entwickelte.

Die Saison 2023/24 war für die Erfolgsverwöhnten eine Vollkatastrophe - es wurde erstmals seit 2011/12 kein einziger Titel gewonnen. In der Liga nur Dritter hinter Leverkusen und Stuttgart, im Supercup daheim gegen Leipzig verloren, im DFB-Pokal blamabel in Runde zwei gegen Drittligist Saarbrücken raus, in der Champions League im Halbfinale an Real Madrid gescheitert. Neben Trainer Thomas Tuchel galt vielen vor allem Joshua Kimmich als Buhmann. Die Folge: Als Max Eberl im März seinen Job als Sportdirektor antrat, teilte er Kimmich - seit 2015 im Verein und noch mit einem Jahr Vertrag ausgestattet - mit: "Wenn du willst, kannst du gehen."

Finanziell war es eine "dumme Entscheidung", bei Bayern zu bleiben

Kimmich konnte sich gut vorstellen, zu wollen. Einerseits war das Vertrauen zu den Bayern-Verantwortlichen nachhaltig angeknackst. Kimmichs Gefühl, so sagt er in der Dokumentation, war: "Das eine Jahr noch durchziehen - und dann nichts wie weg hier." Und am liebsten in die Stadt der Liebe. Denn Paris Saint-Germain buhlte intensiv. Sportdirektor Luís Campos und Trainer Luis Enrique hatten mit Kimmich gesprochen.

Kimmich grübelte trotzdem. Sollte er mit Frau und vier Kindern wechseln? Fremdes Land, fremde Sprache. "Und die Kinder sprechen dann Französisch und essen den ganzen Tag Croissants?", fragt Kimmich in der Doku seine Frau. Und die sagt lächelnd: "Oui!" Denn Lina befürwortete den Wechsel. Aber nicht, weil sie Paris liebt. "Sondern, dass er es im Nachhinein nicht bereut, es nicht getan zu haben." Sie sagte ihrem Mann: "Wenn du dir sicher bist, dass du da spielen willst, kriegen wir es hin. Du kannst es entscheiden. Mit ist es egal."

Zu Jahresbeginn 2025 spitzte sich alles zu. Die Verhandlungen mit Bayern stockten, Paris wurde konkreter. Lina Kimmich wurde nach Paris eingeladen und "schaute sich alles an" - Schulen, Wohngegend, Häuser, Trainingsgelände. "Alle waren super lieb, aber das hat die Entscheidung nicht einfacher gemacht." Denn bei Bayern hatte sich etwas Entscheidendes verändert: Vincent Kompany war Trainer geworden. Joshua Kimmich in der Doku: "Ich habe noch nie so ein großes Vertrauen von einem Trainer gespürt."

Als Joshua Kimmich wechseln wollte, weinte seine Frau

Die Gespräche mit Max Eberl dagegen blieben zäh. "So kann ich ja gar nicht unterschreiben", kommentiert Kimmich in der Doku einen Verhandlungszwischenstand. Gleichzeitig, so Kimmich, "ließ Paris die Muskeln spielen" und ein "sehr, sehr krasses Angebot" unterbreiten. Dass Kimmich in München ein Vertragsangebot auslaufen ließ, geriet an die Öffentlichkeit. "Was will er noch?", "Jetzt wird er gierig, er will mehr Geld", murrten Medien und Fans. Kimmich stellt klar: "Wenn es um Geld gegangen wäre, hätte ich keine Sekunde nachdenken müssen - dann wäre die Entscheidung nicht pro Bayern ausgefallen." Wenn man als Außenstehender von den Summen wüsste, "wäre es eine dumme Entscheidung gewesen, bei Bayern zu bleiben", sagt er weiter.

Anfang März meldete sich Joshua bei seiner Frau Lina. "Komm, wir gehen. Ich wechsle." Linas Reaktion: "Ich war alleine zu Hause, lag schon im Bett. Ich hab kurz geweint. Und da hab ich gemerkt: Ich will nicht gehen." Kurz darauf gab es das finale und klärende Telefonat mit Max Eberl. Danach, so Lina, hätten sie sich umarmt. "Das war ein Moment der Erleichterung", gesteht Lina. Am 13. März wurde die Vertragsverlängerung verkündet,

Die Kimmichs blieben in München, Joshua ging nicht nach Paris. Obwohl er damals ahnte: "Die haben noch nie die Champions League gewonnen. Da kann man schon Geschichte schreiben." Ironie des Schicksals: Paris holte mittlerweile die Champions League zweimal. Und schaltete dabei im vergangenen Mai auch den FC Bayern im dramatischen Halbfinale aus. Nach der bitteren Niederlage sagte Kimmich in der Doku, er würde die Entscheidung, bei Bayern zu bleiben, "wieder so treffen. Den Vertrag zu verlängern war definitiv richtig".

Das Ehepaar Kimmich unterstützt mit seiner Stiftung Kinder

Der Thriller um die Zukunft von Joshua Kimmichs Karriere ist natürlich ein Schwerpunkt in der Doku "Kapitän Kimmich". Daneben schildert Jan Medelin in seinem bereits vierten Kimmich-Doku-Werk dessen Weg mit der Nationalelf zur WM 2026 und präsentiert Joshua Kimmich als Ehemann, Familienvater und engagierten Bürger, der sich mit einer eigenen Stiftung ("Glaub an dich") und seiner neuen "Kimmich Academy" für Kinder einsetzt. Lina Kimmich: "Unsere Kinder sind gesund. Wir leben gut. Warum sollen wir nicht was zurückgeben an Leute, bei denen es nicht so ist."

"Kapitän Kimmich" ist in voller Länge (102 Minuten) in der ZDF-Mediathek zu sehen und wird, in einer auf 75 Minuten gekürzten Version, am Samstag, 20. Juni, nach dem WM-Spiel von Deutschland gegen Elfenbeinküste ab 0.35 Uhr im ZDF ausgestrahlt.

Quelle: teleschau – der mediendienst