"Ein fatales Signal": CDU-Mann Sepp Müller kritisiert Entscheidung der eigenen Partei
Autor: Natascha Wittmann
, Mittwoch, 09. Sept. 2026
Bei "Markus Lanz" sprach CDU-Politiker Sepp Müller offen über die Folgen des Wahl-Debakels in Sachsen-Anhalt und über die umstrittene Entscheidung seiner Fraktion, Sven Schulze zum Vorsitzenden zu wählen. Müller erklärte dazu, dass er einen anderen Kurs erwartet hätte.
Bei "Markus Lanz" äußerte sich CDU-Politiker Sepp Müller zur Wahlniederlage seiner Partei bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt. Über das historisch schlechte Ergebnis sagte er zunächst ehrlich: "Das, was passiert ist, ist eine Katastrophe!" Als es um die Ursachen ging, gab Müller zu: "Wir haben das historisch schlechteste Ergebnis deswegen eingefahren, weil die Menschen uns kein Vertrauen mehr schenken, weil wir an Prinzipien nicht mehr festhalten."
Eine Steilvorlage für Lanz, der von dem CDU-Politiker wissen wollte: "War es ein Fehler, drei Tage vor der Wahl die Tür zur Linkspartei komplett zuzumachen?" Sepp Müller verneinte dies deutlich und sagte mit ernster Miene: "Ich stehe da ganz klar - keine Zusammenarbeit mit Links, keine Zusammenarbeit mit Rechts!" Lanz merkte daraufhin skeptisch an: "Darum geht's ja gar nicht. Es geht ja um die Frage des Timings." Der ZDF-Moderator ergänzte streng: "War das nötig? Warum fällt Ihnen drei Tage vor der Landtagswahl auf, dass Sie diesen Unvereinbarkeitsbeschluss mit der Linkspartei haben?"
Während sich Sepp Müller um Kopf und Kragen redete und immer wieder betonte, dass er "bei dieser Frage (...) schon immer sehr klar war", stichelte Lanz weiter: "Sven Schulze, der Mann, der so historisch (...) diese Wahl verliert, tritt heute plötzlich an in der Kampfkandidatur um den Fraktionsvorsitz und gewinnt ihn auch. Was macht das mit Glaubwürdigkeit von Politik, wenn Leute so offensichtlich an ihren Ämtern kleben?"
Der CDU-Politiker hielt einen Moment inne und gab schließlich zu: "Ich war ein bisschen überrascht. Gestern im Landesvorstand haben wir gesagt, wir machen den Weg frei für einen Neuanfang." Lanz hakte prompt nach: "Sind Sie sauer?" Müller konterte vorsichtig: "Das ist eine Entscheidung der Fraktion. Also die akzeptiere ich." Lanz gab sich damit jedoch nicht zufrieden und fragte weiter: "War es ein Fehler?" Sepp Müller reagierte nachdenklich: "Ich hätte es persönlich nicht so getan. Das ist in meinen Augen ein fatales Signal."
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Quelle: teleschau – der mediendienst