Horst Lichter wundert sich über hohen Schätzpreis: "Dafür, dass sie keiner haben wollte ..."
Autor: Bettina Friemel
, Freitag, 14. August 2026
Das typische 70er-Jahre-Design der Bodenleuchte lässt Horst Lichters Augen leuchten. Doch nicht alle im "Bares für Rares"-Team sind vom gelb-orange-braunen Muster so begeistert wie der Moderator. Ganz im Gegenteil ...
"Die 70er leben wieder!", jubelte "Bares für Rares"-Moderator Horst Lichter, als er die Leuchte erblickte, der man ihr Jahrzehnt eindeutig ansah. Doch mit der Freude über das Design war er ganz allein. Lichters begeisterte Schwärmerei über die typischen Tapeten, Möbel und Muster der Zeit durchbrach Jutta aus Münster mit dem Verkaufsgrund der Bodenleuchte: "Die stammt von meiner Großmutter, und sie will keiner haben."
"Schade eigentlich", fand der Moderator. Dann entdeckte er jedoch ebenfalls einen Makel: "Der Lampenschirm ist etwas schief." Der Experte Sven Deutschmanek nannte eine abgebrochene Kunststoffbeschichtung als Ursache: "Das ist nicht weiter schlimm, das könnte man reparieren." Allerdings war auch er kein Fan des 70er-Jahre-Musters: "Es würde dieser Bodenleuchte sehr guttun, wenn man einen neuen Lampenschirm verbauen würde, der vielleicht ein bisschen schlichter ist. Der einfach nur weiß ist."
Eine ähnliche Leuchte gab es von Carlo Nason aus Murano: "Die geht dann sofort in den vierstelligen Bereich." Allerdings vermutete der Experte eher einen deutschen Hersteller, der sich nicht eindeutig zuordnen ließ. "Wunderschön" fand er jedoch den Standfuß aus Opalglas und die über drei Stufen zuschaltbare Beleuchtung. "Die 70er-Jahre hatten ein unwahrscheinliches Comeback in den letzten zehn Jahren", deshalb sah der Experte gute Verkaufschancen für die ungeliebte Rarität.
"Meine Eltern waren so eingerichtet, und ich konnte mich nicht wehren"
Juttas Wunschpreis: "100 oder 200 Euro." Sven Deutschmanek meinte jedoch: "Nein, die machen wir teurer." Denn mit einem neuen Lampenschirm stieg der Wert: "Dann kriegt man da schnell auch wieder 400 oder 500 Euro." Im vorhandenen Zustand hielt er 150 bis 250 Euro für möglich. "Dafür, dass sie keiner haben wollte, ist das ganz schön viel Geld", überreichte Horst Lichter die Händlerkarte. Jutta freute sich: "Ich werde die Leuchte nicht vermissen. 70er-Jahre passt einfach nicht zu mir."
Die erste Reaktion im Händlerraum war zwiegespalten. "So sah mein Wohnzimmer aus in den 70ern", meinte Elke Velten. Markus Wildhagen war zunächst eher abgeneigt: "Ich hab ja grad wieder ein Kindertrauma." Trotzdem schaute er sich das Objekt aus der Nähe an: "Genau mit sowas bin ich groß geworden." Er erinnerte sich: "Meine Eltern waren so eingerichtet, und ich konnte mich nicht wehren." Überraschend, dass er die Verhandlung mit 80 Euro eröffnete.
David Suppes überlegte: "Könnte man die irgendwie modernisieren, dadurch dass man irgendwie diesen Schirm erneuert?" Er stieg in die Verhandlung ein: "Ich finde die schön. Das hat auch irgendwas Modernes." Doch Markus Wildhagen ließ nicht locker und bekam bei 210 Euro den Zuschlag. Freudig nahm er das Relikt aus der Kindheit bei sich auf: "Alle reden von Nachhaltigkeit - nachhaltiger geht nicht."
Quelle: teleschau – der mediendienst