Druckartikel: Holocaust-Überlebende warnt im ZDF vor Wahlsieg der AfD: "Wir müssen das verhindern"

Holocaust-Überlebende warnt im ZDF vor Wahlsieg der AfD: "Wir müssen das verhindern"


Autor: Franziska Wenzlick

, Donnerstag, 27. August 2026

Sie halte die AfD für "brandgefährlich", stellt Eva Umlauf klar. Im ZDF-Magazin "Volle Kanne" richtet die Shoa-Überlebende einen dringlichen Appell an die deutsche Gesellschaft - speziell an die Jugend.


Eva Umlauf hält es für wichtiger denn je, über den Holocaust aufzuklären - "in dieser unruhigen Zeit, in der wir leben, in diesem Rechtsruck, in dieser Zeit, wo die Juden wieder Angst haben, sich zu zeigen". Im ZDF-Magazin "Volle Kanne" warnt die Shoa-Überlebende eindringlich: "Die Gefahr besteht, dass es wieder passiert."

Die 83-Jährige besucht regelmäßig Schulen, um dort an die Jugend zu appellieren, "dass sie sich überlegen, welche Partei sie wählen". Sie erkläre den Schülerinnen und Schülern, wie wichtig es sei, "unsere Demokratie zu schützen", schildert Umlauf. "Ich versuche zu erklären, dass sich die Geschichte nicht wiederholen soll."

Mit Blick auf die hohen Umfragewerte der AfD im Vorfeld der baldigen Landtagswahl zeigt sich die Autorin mehrerer Bücher besorgt: "In Sachsen-Anhalt droht die absolute Mehrheit. Was passiert mit diesem Land, wenn es von der AfD geführt wird?" Sie halte die Ideologie der Partei für "brandgefährlich", betont Eva Umlauf.

"Diese Partei ist nicht wählbar"

Es sei laut der Zeitzeugin ein "Denkfehler", anzunehmen, dass sich die AfD in Regierungsverantwortung selbst "entzaubern" werde, wie zuvor Moderator Carsten Rüger in den Raum gestellt hat. "Bloß nicht. Die soll man das nicht probieren lassen", mahnt Umlauf. "Wir müssen das verhindern. Wir müssen diese Partei verhindern", fordert sie. "Ob durch ein Verbot oder andere juristische Maßnahmen. Diese Partei ist nicht wählbar - das ist gefährlich."

Eva Umlauf wurde als Kleinkind mit ihrer Mutter nach Auschwitz deportiert. Über 230.000 Kinder waren in dem Konzentrationslager, überlebt haben nur 750. In den 60er-Jahren zog Umlauf aus der Tschechoslowakei nach München, wo sie als Kinderärztin und Psychotherapeutin arbeitete. Im Mai 2025 wurde sie zur Präsidentin des Internationalen Auschwitz Komitees gewählt, nachdem ihr Vorgänger Marian Turski im Alter von 98 Jahren verstorben war.

Quelle: teleschau – der mediendienst