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Heimkehr mit Folgen


Autor: Elisa Eberle

, Mittwoch, 14. Oktober 2026

In "Neues Land" kehrt eine Geologin, gespielt von Jördis Triebel, nach Jahrzehnten in ihre alte Heimat in Thüringen zurück. Eigentlich will sie nur ihr Erbe übertragen und dann für immer verschwinden. Doch ein altes Familiengeheimnis und eine drohende Katastrophe machen den Plan zunichte ...


20 Jahre sind vergangen, seit Ina Sedlitz (Jördis Triebel) ihr fiktives Heimatdorf Neukirch in Thüringen verlassen hat. Dass sie zu Beginn des ZDF-Films "Neues Land" von Esther Rauch (Regie), Khyana el Bitar, Dörte Franke (beide Buch) zurückkehrt, hat nur einen Grund: Die Geologin möchte ihren Erbteil am Familienhotel ihres Vaters Walter (Jörg Schüttauf) an ihre Nichte Mara Nehls (Lucy Gartner) übertragen und dann endgültig mit ihrer Vergangenheit abschließen.

Dass damals irgendetwas zwischen Ina und ihrem Vater vorgefallen sein muss, ist schwer zu übersehen: "Was weiß sie?", fragt Ina ihren Vater auf der ersten gemeinsamen Fahrt ins Hotel: "Nichts", lautet seine Antwort. Schnell wird klar, dass es um Maras Mutter, Inas Schwester Denise, geht. Nach der Geburt, so glaubt zumindest Mara, sei sie aus freien Stücken verschwunden, bereist seitdem die Welt und schickt Karten aus Städten wie New York oder London. Ina sagt dazu nichts, aber ihr Gesicht lässt vermuten, dass mehr dahinter steckt.

Die 24-jährige Lucy Gartner spielt als Mara und in Rückblenden als Denise überzeugend eine Doppelrolle, wohl um die Ähnlichkeit von Mara mit ihrer Mutter noch deutlicher zu unterstreichen. Die junge Ina wird von Nicola-Rabea Langrzik verkörpert.

Eine Touristenregion in Gefahr

Das dunkle Familiengeheimnis ist jedoch nur ein Aspekt, den der über weite Strecken fesselnde Film von Esther Rauch behandelt. Fast mehr noch als um die Frage, was mit Denise damals passiert ist, dreht sich der Film um die Frage, was gerade jetzt mit der Region geschieht: Neukirch liegt in einem ehemaligen Braunkohlerevier. Das Restloch wurde geflutet und zu einem See als Teil einer attraktiven Touristenregion. Doch mit eben jenem See scheint es bei Inas Ankunft Probleme zu geben: Das Wasser ist sauer und der Wasserstand viel zu niedrig. Wird dieser Prozess nicht aufgehalten, drohen die Ufer abzurutschen. Für Mara, die davon träumt, das Familienhotel nachhaltig und auf Workation ausgerichtet umzubauen, wäre das eine reale Bedrohung ihrer Existenz.

Sie bittet Ina zu bleiben und sich der Sache anzunehmen: "Ich hab mir so gewünscht, dass ich dich kennenlerne", erklärt sie: "Ich will wissen, wer du bist. Und ich muss wissen, was mit dem See ist. Ich will, dass du ihn untersuchst." Nach kurzem Zögern lässt sich Ina überreden. Gemeinsam mit Mara beginnt sie, den See zu erforschen, doch auf andere Art, als es sich Walter und andere im Dorf vorstellen ...

Eine Region unter Druck

"'Neues Land' erzählt von den Herausforderungen des Strukturwandels, die mit dem beschlossenen Aus für die fossile Energiegewinnung verbunden sind, und von den Brüchen in den Lebens- und Arbeitsbiografien der Menschen, die dort leben", schreibt Matthias Pfeifer, Redaktionsleiter Fernsehspiel II, in einem Statement zum Film: "Schon einmal mussten sich die Menschen im Osten des Landes neu erfinden nach dem Zusammenbruch der DDR. Nun sind die neu aufgebauten Existenzen neuerlich bedroht."

Dass mit Jördis Triebel, Jörg Schüttauf und Ronald Zehrfeld - letzterer spielt Maras Vater - drei in Ostdeutschland aufgewachsene Schauspielstars gewonnen werden konnten und auch das Team hinter der Kamera überwiegend aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen stammt, war den Produzentinnen Henriette Lippold und Katharina Rietz nach eigener Aussage sehr wichtig: "Die Nähe zu den Orten und Menschen schafft eine Genauigkeit und Authentizität, die man einer Geschichte ansieht und anmerkt", erklären sie.

Reale Vorbilder

Die im Film thematisierte Gefahr von rutschenden Ufern ist übrigens keine Erfindung des Drehbuchteams: Am 18. Juli 2009 etwa rutschte unter der Siedlung "Am Ring" in Nachterstedt in Sachsen-Anhalt - rund hundert Meter vom Ufer des Concordia-Sees - der Boden weg. Auch im Leipziger Neuseenland wurden in der Vergangenheit bereits bestimmte Regionen aus Sicherheitsgründen gesperrt.

Auf zdf.de steht "Neues Land" bereits ab Samstag, 17. Oktober, um 10 Uhr, zum Abruf bereit.

Neues Land - Mo. 26.10. - ZDF: 20.15 Uhr

Quelle: teleschau – der mediendienst