Horst Lichter zeigt sich nach "Bares für Rares"-Expertise verblüfft: "Ohne Blödsinn?"
Autor: Natalie Cada
, Montag, 01. Juni 2026
"Heide, du bist eine Granate": Horst Lichter war dermaßen von der "Bares für Rares"-Expertin beeindruckt, die Verkäufer träumten derweil vom großen Geschäft.
Mit einer Kanne und einer spannenden Familiengeschichte kam eine Berliner Familie in die Montagsausgabe der ZDF-Trödelshow "Bares für Rares". Die angeblich adlige Herkunft wurde zwar nicht bestätigt, doch Heide Rezepa-Zabel geriet regelrecht ins Schwärmen. Ihr Urteil beeindruckte Horst Lichter und weckte Hoffnungen auf das ganz "große Geschäft".
Rezepa-Zabel konnte ihre Begeisterung nicht verbergen. Die organische Form der Kanne sei "ein absoluter Handschmeichler" und geradezu "verführerisch". Die Expertin wollte daraus nicht nur trinken, sondern das Gefäß anfassen und sich in dem glänzenden Silber spiegeln. Lichter feierte die leidenschaftliche Expertise: "Heide, du bist eine Granate."
Um die Silberkanne von Dorothee und Johannes aus Berlin rankte sich eine über Generationen weitergegebene Familiengeschichte. Demnach soll das Erbstück einst einer Ahne gehört haben, die als Zofe am Hof von Wilhelm II. tätig gewesen sein soll. Ganz sicher war sich die Verkäuferin jedoch nicht: "Ob das stimmt, weiß ich aber nicht."
Ein Blick auf den Boden der Kanne brachte Klarheit: Rezepa-Zabel identifizierte den Stempel des bekannten Silberschmieds Johann Wagner, der den preußischen Hof belieferte. Die Expertin schwärmte zudem von der exzellenten Verarbeitung des Gefäßes. Doch eines stand fest: Aus der Zeit von Wilhelm II. stammte die Kanne nicht.
Verkäufer freuen sich nach Expertise: "Unfassbar, wie toll"
Die Formensprache verriet das Alter: Rezepa-Zabel datierte das Stück aus 12-lötigem Silber in die Übergangszeit zum Biedermeier, also 1800 bis 1815. Bereits zu dieser Zeit belieferte Johann Wagner den königlichen Hof. "Super gemacht", betonte die Expertin den Korpus aus einem Stück 750er Silberblech.
Hinzu kamen die fein ausgearbeitete Details: die Zirbelnuss auf dem Deckel und die Akanthusblätter als Füße. Die Gestaltung passe "genau in den bürgerlichen Haushalt", erklärte Rezepa-Zabel. "Also keine adelige Zuordnung?", fragte die Verkäuferin nach. "Nein, auf keinen Fall." Die Krone über dem Monogramm sei lediglich ein dekoratives Symbol.
Die Familienlegende wurde zwar widerlegt, für Rezepa-Zabel blieb die Kanne dennoch ein "Schatz" aus der Zeit des Königreichs Württemberg. Für das historische Silberobjekt erhofften sich Mutter und Sohn 400 bis 500 Euro. Dass sie so hoch ansetzten, hatte für die Verkäuferin einen einfachen Grund: "Immerhin ist der Silberwert gestiegen."