"Große Gefahr": SPD-Innenexperte warnt bei "Maischberger" vor Russlandnähe der AfD
Autor: Marko Schlichting
, Donnerstag, 10. Sept. 2026
Der SPD-Innenexperte Sebastian Fiedler und der AfD-Politiker Stephan Brandner sind am Mittwochabend zu Gast bei Sandra Maischberger im Ersten. Maischberger stellt den Beiden viele Fragen. Die beantworten sie selten.
Es war eine heftige Auseinandersetzung am Mittwochvormittag bei der Generaldebatte im Bundestag. Vor allem die AfD fiel durch Zwischenrufe auf, so sehr, dass Bundestagspräsidentin Julia Klöckner einem ihrer Abgeordneten gar mit Rausschmiss drohte. Stephan Brandner gehört am Mittwochabend zu den Gästen bei Sandra Maischberger in der ARD. Und der AfD-Politiker steht mächtig unter Strom. Der SPD-Innenpolitiker Sebastian Fiedler diskutierte mit ihm. Er wirkte teilweise recht verschlafen, wurde nur selten laut. Eines hatten beide gemeinsam: Sie beantworteten die meisten Fragen von Sandra Maischberger nicht.
Uneinig waren sie gleich zu Beginn. "Auf einer Skala von eins bis sechs - wie war der Stil dieser Debatte?", wollte Maischberger von Fiedler wissen. Der gab zurück: "Da reicht Ihre Skala nicht." Brandner sah das ganz anders: Die Reden seiner beiden Chefs Alice Weidel und Tino Chrupalla fand er klasse, benotete sie mit einer zwei plus. Aber sonst? Naja. Bundeskanzler Friedrich Merz habe die AfD falsch zitiert. "Der Bundeskanzler, der Chef der Exekutive, spricht von ethnischen Säuberungen, die drohen würden. Also völlig neben der Kappe, dieser Kanzler. Das war hoffentlich seine Abschlussrede. Also tiefer geht nicht mehr. Das wäre eine ganz klare sechs."
Maischberger stellt Fragen und bekommt wenig Antworten
Tatsächlich haben die beiden Kontrahenten auch ein paar Fragen beantwortet. Interessanter waren aber die anderen. Woran es denn liege, dass der SPD gerade bei den Arbeitern so viele Wähler davonliefen, fragt Maischberger. Fiedler erklärt, das könne man nicht so einfach sagen, und verweist auf das Auftreten der AfD in den sozialen Netzwerken. Aber das allein würde das Problem nicht erklären, sagt Fiedler. Was denn aber sonst? Das fragt Maischberger nicht.
Was denn passieren würde, wenn Russland für den Anschlag auf den Leipziger Flughafen verantwortlich wäre, fragt Maischberger später Stephan Brandner. Das sei ja noch gar nicht klar, sagt der, wenn aber doch, dann müsste der Urheber irgendwie geahndet werden. "Wie?" fragt Maischberger. "Das wird man dann sehen", so Brandner. Fiedler muss diese Frage nicht beantworten. Maischberger wird wissen, warum nicht.
Wie denn die AfD in Sachsen-Anhalt eine tragfähige Regierung auf die Beine stellen wolle, fragt Maischberger Brandner. Man wolle mit allen Parteien reden, die hätten aber das Gesprächsangebot schon ausgeschlagen, nur das BSW nicht. Und - man wird sehen. Was die AfD denn meine, wenn sie von "kulturfremden" Menschen rede? Das stünde im Wahlprogramm in Sachsen-Anhalt, sagt Brandner. Aber eine Antwort kann er dann auch nicht geben. "Da müssen Sie die in Sachsen-Anhalt fragen", sagt er. Und dann kommt das Übliche: Wer sich integrieren wolle in Deutschland, sei herzlich willkommen. Maischberger will die Frage trotzdem beantwortet haben, nennt Chinesen, Japaner, Indonesier. Brandner redet viel, aber die Antwort hat er nicht.
SPD-Innenexperte Fiedler: "Noch nie so große Sorgen um dieses Land gemacht"
Fiedler sagt dagegen nicht, ob er sich einen überparteilichen Ministerpräsidenten für Sachsen-Anhalt vorstellen könne. Dazu könne er sich als Innenpolitiker nicht äußern. Er könne nur sagen: Die AfD sei eine Gefahr für Deutschland.
Die Sache mit der SPD und den verlorenen Wählern unter den Arbeitern beantwortet dann Brandner wenig überraschend. Der gehört nachweislich zu den extrem rechten Abgeordneten seiner Partei. Seine Antwort fällt entsprechend aus: Die SPD habe sich "zu einer links-woke-verrückten Partei entwickelt, die von den Linken oder den Grünen überhaupt nicht mehr zu unterscheiden ist. Dieses Gendergedöns und diese queeren Geschichten da. Und das kommt natürlich bei den Menschen, die jeden Tag acht Stunden abreißen müssen, am Fließband, in der Fabrik oder wer weiß wo, nicht gut an." Im Ruhrgebiet habe die Partei gar nicht so viele Arbeiterstimmen verloren, und über Genderfragen werde da auch nicht diskutiert, gibt Fiedler etwas lahm zurück.