In einer besonders emotionalen "Let's Dance"-Ausgabe (RTL) werden Tränen vergossen, Blumen vergeben und Traumata bewältigt. Tokio-Hotel-Drummer Gustav Schäfer riskiert Punktabzug, weil er nicht mit Profi Anastasia Maruster tanzt und rührt damit nicht nur seine Tochter.
Dieses Mal müssen die Promis zwei Tänze lernen: Ihren ganz persönlichen Magic Moment mit eigener Songauswahl und eigenem Tanzstil und jeweils ein Tanzbattle. Immer dabei ist natürlich die Jury, bestehend aus Jorge González, Motsi Mabuse und Joachim Llambi.
Besonders herzergreifend ist Gustav, der seinen Magic Moment mit seiner Tochter teilt. Sie bedeutet ihm so viel: "Mein Magic Moment sind meine beide Mädels: Meine Frau und meine Tochter." Es sei nicht einfach gewesen, dass seine Frau schwanger wurde: "Wir haben stets und ständig alles probiert, sind in die Klinik gefahren, Hormonspritzen. Dann hieß es auf einmal: Sie sind schwanger!" Am Tag der Tage brach seine Frau mit höllischen Unterleibsschmerzen zusammen, ein Embryo war im Ei-Leiter, einer in der Gebärmutter. Der Embryo sei so groß wie eine Erbse gewesen. Aber Lotti habe überlebt. "Unser kleiner Lottogewinn", nennt ihn Gustavs Frau. Für Gustav ist Lotti "unsere kleine Kampferbse" und seine Familie sein Ein und Alles.
Er weiß schon vor dem Tanz: "Da wird ganz viel Emotion auf dem Parkett gelassen. Das, was jetzt gerade entsteht, ist für mich persönlich, aber auch für meine Mädels, ein ganz großer Moment." Er sei gespannt, "wie die Leute das auffassen," und "ob da der Funke einfach überspringt."
Nach Gustavs Tanz hat Jorge González Tränen in den Augen
Gustav Schäfer wagt einen Slowfox, den er zuvor noch nie gelernt hatte. Während des Slowfoxes greift er Maruster an den Bauch, ein Mann im Arztkittel kommt rein und verneint. Wieder nicht schwanger. Anastasia Maruster liegt auf dem Boden und Gustav richtet sie mit einem Bein wieder auf.
Dann plötzlich wechselt die Stimmung und die beiden schwelgen zu Aerosmiths "I Don't Want To Miss A Thing" im kommenden Tanz-Familienglück und laufen zu einer Babywiege. Sie schieben einen imaginären Kinderwagen, dann singt Steven Tyler die Zeile "The moment I treasure" und Lotti rennt auf die Bühne. Gustav dreht sich mit Lotti, tanzt mit ihr Seite an Seite und drückt sie ganz fest.
"Ich trau' mich ja kaum, was zu sagen, aber wir wollen die Menschen feiern, die da getanzt haben", unterbricht Moderator Daniel Hartwich den emotionalen Moment. Dann gibt es einen ganz großen Applaus für Lotti. Zwar hatte Gustav ein, zwei kleine Wackler mit Anastasia Maruster, aber darum geht's dem Musiker gar nicht. Für ihn gehörte der Tanz ganz seiner Tochter Lotti.
Mabuse denkt an ihre eigene Tochter, wendet sich an Lotti: "Du bist seit Wochen dabei. Du bist auch Teil dieser Reise." Ihr gefiel vor allem der zweite Teil des Standard-Tanzes. "Du gibst dir Mühe, du nimmst seine Sache ernst. Du gehst an dein Limit", rechnet ihm Jorge González hoch an. Er hat Tränen in den Augen: "Ich weine fast nie! Heute habe ich Kontaktlinsen. Ich habe gekämpft, nicht zu weinen. Das war sehr schön. Sehr emotional. Ganz toll." Auch Llambi zollt Gustav Respekt, denn viele da draußen an den Bildschirmen haben genau das erlebt, was Gustavs Familie erlebt habe, Ihre Geschichte mache "auch Mut, dass es weitergehen kann, und dass es sich auch positiv entwickeln kann", erklärt Llambi. Seine Kritik: Vor allem der Anfang sei "rhythmisch geil" gewesen, danach war ihm Gustav zu hektisch. Geschlossen von allen acht Punkte.