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Größer als "Superman": Dieser Muskelmann ist der erfolgreichste DC-Superheld aller Zeiten


Autor: Teleschau  

, Donnerstag, 16. Juli 2026

Sechster Teil der lose zusammenhängenden DC-Filmreihe, der einiges fürs Auge bietet. Handlungstechnisch fischt "Aquaman" jedoch in vertrauten Superheldengewässern.


Im Gegensatz zur auf Comicfiguren basierenden Filmreihe der Marvel Studios konnten sich viele Kritiker oftmals nicht mit dem von Warner Bros. verantworteten DC-Superheldenkosmos anfreunden. Größtenteils positive Besprechungen erhielt zwar der im Sommer 2017 veröffentlichte Blockbuster "Wonder Woman", auf den allerdings der eher ernüchternde Bombast-Streifen "Justice League" folgte. Mit "Aquaman" (Freitag, 16. Juli, 20.15 Uhr, ProSieben) erreichte 2018 der sechste Beitrag des DC-Universums die Leinwände: Horrorexperte James Wan ("Conjuring 2") inszenierte den Film als wilden, unterhaltsamen Abenteuerritt. Und traf damit zumindest den Geschmack des Publikums: Mit einem Einspielergebnis von 1,15 Milliarden Dollar ist "Aquaman" bislang der erfolgreichste DC-Superheld.

Der Prolog entführt den Zuschauer ins Jahr 1985 und beschreibt das Zusammentreffen des Leuchtturmwärters Tom Curry (Temuera Morrison) mit Atlanna (Nicole Kidman), der Königin des Unterwasserreichs Atlantis, die ihm quasi vor die Füße gespült wird. Ohne zu zögern, bringt er sie in sein Haus, um ihre Wunden zu versorgen. Schon bald verlieben sich die beiden und bekommen schließlich einen Sohn, Arthur. Das familiäre Glück geht jedoch in die Brüche, als sich Atlanna nach dem Auftauchen eines Soldatentrupps gezwungen sieht, in ihre Heimat zurückzukehren.

Dieser Muskelmann strahlt etwas aus

Mehrere Jahrzehnte später ist der kleine Arthur zu einem stattlichen Mann (nun gespielt von Jason Momoa) herangewachsen, der nicht nur ein hervorragender Kämpfer ist, sondern auch mit Meereswesen kommunizieren kann. Dass ihm eigentlich der Thron von Atlantis zusteht, interessiert den Draufgänger nur wenig. Seinem Schicksal muss er sich dennoch stellen, da sein Halbbruder Orm (Patrick Wilson) um jeden Preis die Armeen der sieben Unterwasserreiche vereinen und gegen die an Land lebenden Menschen in den Krieg führen will. Mithilfe der unerschrockenen Prinzessin Mera (Amber Heard) und seines Lehrmeisters Vulko (Willem Dafoe), eines engen Vertrauten seiner toten Mutter, stellt sich Arthur alias Aquaman den unheilvollen Plänen in den Weg.

Seinen ersten längeren Auftritt feierte der Titelheld im Giganten-Treffen "Justice League", dem fünften Film der DC-Reihe, wo er bereits sein kernig-einnehmendes Charisma aufblitzen ließ. In seinem eigenen Soloabenteuer kommt die Ausstrahlung des Muskelmannes nun noch mehr zur Geltung und gehört sicher zu den Stärken einer Spektakelshow, in der gruselige Seemonster und krachende Kampfpassagen zu sehen sind.

Amber Heard setzt Akzente

Wie so oft beim Superheldentreiben ist die aus altbekannten Versatzstücken gebaute Story (Drehbuch: David Leslie Johnson-McGoldrick und Will Beall) letztlich nur ein Vorwand, um den Protagonisten und seine Verbündeten auf eine actionreiche, an exotische Schauplätze führende Reise zu entsenden. Arthurs Entwicklung von der Verweigerung bis zur endgültigen Annahme seines Schicksals wird oberflächlich abgehandelt. Standardmotive wie Rache und Machtstreben spielen eine Rolle, taugen aber nicht zur Schärfung der Charakterprofile. Ähnliches gilt für die obligatorische Liebesgeschichte, die sich das Etikett "Malen nach Zahlen" vollauf verdient. Umso erfreulicher ist es, dass die von Amber Heard schlagkräftig und gewitzt verkörperte Mera abseits der formelhaften Romanze handfeste Akzente setzen darf.

Mehrheitlich überzeugend sind auch die Impressionen der Unterwasserwelt und das skurrile, markante, mannigfaltige Kostümbild, für das Kym Barrett verantwortlich war. Ins Auge sticht auch die äußerst agile, manchmal halsbrecherische Kameraarbeit von Don Burgess, dem es wiederholt gelingt, den Zuschauer in das Geschehen regelrecht hineinzusaugen. Etwa bei einem aus nächster Nähe eingefangenen Sturz von einer Klippe oder einer Verfolgungsjagd in einem beschaulichen sizilianischen Dorf.

Quelle: teleschau – der mediendienst