Gewappnet für ESC-Hate: Sarah Engels hat sich "ein ziemlich dickes Fell angeeignet"
Autor: Marko Schlichting
, Samstag, 21. März 2026
Dieses Jahr soll es klappen: Deutschland will beim Eurovision Song Contest in Wien ganz vorne mitmischen. Schaffen soll das Sarah Engels. Wie, das erzählt die Sängerin am Freitagabend in der WDR-Talkshow "Kölner Treff".
Als Sarah Engels vor 15 Jahren den zweiten Platz bei "Deutschland sucht den Superstar" auf RTL holte, wusste sie: Sie ist für die große Bühne geschaffen. Jetzt tritt sie auf der Riesenbühne auf. In Wien vertritt sie in diesem Jahr Deutschland beim ESC. Und diesmal soll es klappen: Ein guter Platz soll es werden. Also mindestens einer in den Top Ten.
Im Moment hat sie viel zu tun, sagt die gebürtige Kölnerin am Freitagabend in der WDR-Talkshow "Kölner Treff". "Für mich besonders spannend ist: Es ist das erste Mal, dass man mich auch international wahrnimmt. Es gibt ganz viel Reaction-Videos auf meinen Song, Und das ist für mich alles so abenteuerlich. Ich bin dann abends im Bett, scrolle dann immer durch und schaue mir die Sachen an. Und das macht sehr viel Spaß."
Die 33-Jährige ist froh, dass sie beim Vorentscheid zum ESC mitgemacht hat. Zwar hätte sie auch verlieren können, das weiß sie. Doch ihr ist auch klar: "Wenn man nichts riskiert und wenn man immer Angst vor den Dingen hat, dann ist das die falsche Einstellung." Sie habe sich gefreut, die Chance zu haben, mit ihrem Song und dessen Message auf die große Bühne zu gehen. "Ich glaube, dass meine optimistische Art vielleicht auch ein wenig dazu beigetragen hat, dass ich gedacht habe: Ich gebe jetzt hier Vollgas, und am Ende hat es dann ja auch wirklich geklappt."
"Frauen sollen sich selbst verwirklichen"
Mit ihrem Hit "Fire" und dessen treibenden Latino-Beats, einer eingängigen Melodie und einem leicht mitzusingenden Text gewann sie den Vorentscheid. Und der Song hat eine Botschaft: "Frauen sollen sich selbst verwirklichen", erklärt Sarah Engels. "Ich glaube, dass mich dieses ganze Frauenthema in den letzten Jahren viel stärker begleitet hat, vielleicht auch, als ich Mama wurde von einer Tochter, aber auch durch die Dinge, die ich selber erlebt und erfahren habe."
Es seien "Dinge, die uns stärker machen, bei denen wir uns vielleicht auch nicht gesehen und gehört fühlen, und ich glaube, es geht vielen Frauen so: Wir sind uns oft nicht genug, wir zweifeln oft an uns selbst, haben oft das Gefühl, uns oder anderen etwas beweisen zu wollen. Wir Frauen dürfen nie einfach nur wir selbst sein, und das ist so schade. Mit meinem Song will ich viele Frauen erreichen, die vielleicht ihr Feuer verloren haben und es sich zurückholen."
Deswegen hat sie eine Stiftung für die starken Mädchen gegründet. "Ich glaube, dass es bei mir schon als junges Mädchen losging. Und darum ist es mir auch so wichtig, ganz junge Frauen dabei zu begleiten, dass sie lernen, Nein zu sagen, wenn man was nicht möchte", so die Sängerin. Sie habe früh einen inneren Perfektionismus gelernt. Jetzt habe sie zu sich selbst gefunden.
"Ich finde, wir sollten mal wieder an uns glauben"
Im Moment denkt sie aber nur an den ESC in Wien und ihren Auftritt. Und natürlich will sie ganz nach vorne, was in den letzten Jahren mit den deutschen Songs nicht wirklich geklappt hat. "Ich habe mir durch meine Vergangenheit ein ziemlich dickes Fell angeeignet", sagt sie im Kölner Treff. "Aber ich möchte auch an Deutschland appellieren, dass wir unsere Künstler, die zum ESC gehen, respektieren, dass man auch sieht, was dahintersteckt an Schweiß, Arbeit und Mut."