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Gefangen im "Puppenhaus": So fies ist "Game of Thrones"-Star Alfie Allen in der neuen Serie "Girl Taken"


Autor: Teleschau  

, Mittwoch, 07. Januar 2026

Packender Psychothriller und sensibles Entführungsdrama: Paramount+ zeigt die erstaunliche britische Miniserie "Girl Taken".


Fast noch schlimmer als der Verlust ist die Ungewissheit: Was ist mit Lily (Tallulah Evans) passiert? Warum kam die 17-Jährige eines Nachts nicht nach Hause? "Es gab immer nur mich, Mom und Lily", für Abby (Delphi Evans) bricht nach dem Verschwinden ihrer Zwillingsschwester die Welt zusammen. Ist sie weggelaufen? "Nein", sagt ihre Mutter Eve (Jill Halfpenny) entschieden. "Lily würde nicht einfach so verschwinden!" Sie soll in der fesselnden britischen Miniserie "Girl Taken" (ab 8. Januar, bei Paramount+) Recht behalten.

Lily wurde von ihrem Lehrer Rick Hansen (Alfie Allen, "Game of Thrones") entführt. Er hält sie in einem Keller gefangen und missbraucht sie für seine perversen Puppenhaus-Fantasien. Während er Lily alle Qualen dieser Welt erleiden lässt, spendet Rick ihrer Familie Trost und unterstützt die Polizei bei der Suche nach der Vermissten.

Als Lily nach fünf Jahren schließlich die Flucht gelingt, wird längst nicht alles gut. Endlich wieder in Freiheit kämpft sie nicht nur mit ihrem Trauma, sondern auch mit der Rückkehr in eine für sie ganz neue Realität. Ihre Familie, ihre Freunde und damit Lilys ganze Welt haben sich verändert. Alle müssen sich neu zurechtfinden, vor allem für Lilys Schwester Abby ist das ein schwieriger Prozess.

Das Martyrium endet nie

Nach dem Roman "Baby Doll" von Hollie Overton, spielt "Girl Taken" mit der beinahe metaphysischen Nähe, die Zwillingen zugeschrieben wird. Die Verbindung zwischen Lily und Abby zerbricht durch das Trauma der Entführung nicht, sondern wird sogar noch verstärkt. Das ist ein schönes Motiv, das zum Kern des mit überwältigender Ruhe erzählten Sechsteilers führt: den emotionalen Folgen und dem schwierigen Wiederaufbau einer einst funktionierenden Familie.

"Girl Taken" ist kein Troststück, kein modernes Märchen mit Happy End. Heilung ist hier ein brüchiger, ziemlich unordentlicher Prozess voller Rückschläge und ohne Erfolgsgarantie. Und doch zeigt die Miniserie - getragen von der intensiven Beziehung zweier Schwestern und ihrer Mutter -, dass selbst in zerklüfteten Seelen etwas Neues wachsen kann: eine leise, resiliente Form von Stärke. Von Vertrauen und Selbstbehauptung kann man nie genug bekommen.

Auch wenn der Entführer etwas zu eindimensional und einige weitere Figuren zu grob skizziert sind: "Girl Taken" funktioniert auch als spannender Psychothriller, der Lily und ihrer Familie einige Schocks und Herausforderungen zumutet. Nicht nur dauert es eine gefühlte Ewigkeit, bis Rick gefasst wird. Der anschließende juristische Prozess ist ein veritabler Kampf um die Wahrheit, und nicht zuletzt wird Lily von ihrem Martyrium eingeholt.

Quelle: teleschau – der mediendienst