"Gängige Methode": "Bares für Rares"-Expertin verrät verblüffenden Kunstfälscher-Trick
Autor: Teleschau
, Donnerstag, 18. Juni 2026
Warum drehen Kunstfälscher Bilder auf den Kopf? Die verblüffende Antwort lieferte Expertin Bianca Berding bei "Bares für Rares".
Dr. Bianca Berding ist längst eine feste Größe unter den Kunstexperten. Doch dass sie sich auch mit den Methoden von Kunstfälschern bestens auskennt, überraschte selbst Horst Lichter. In der Donnerstagsausgabe von "Bares für Rares" hatte sie dazu eine ebenso spannende Erklärung parat.
Alles begann mit einer simplen Frage: Wo befand sich bei diesem Bild eigentlich oben und unten? Stand die dargestellte Person richtig herum, befand sich die Signatur des Künstlers über dem Motiv. Eher ungewöhnlich. "Vielleicht hat der einfach oben signiert", mutmaßte Horst Lichter.
Bianca Berding sah das anders. Sie vermutete dahinter volle Absicht, drehte das Werk kurzerhand um und bestätigte schmunzelnd: "Aber es sieht komisch aus." - "Gut, er strahlt auch nicht glücklich", kommentierte der Moderator. Die Kunsthistorikerin korrigierte ihn ein weiteres Mal: "Ich würde sagen, das ist eine sie." Lichter nahm's gelassen und überließ der Expertin den Job: "Ich halte mich da jetzt raus."
Signatur bestätigt: echter Baselitz bei "Bares für Rares"
Patrick und Rico brachten schließlich Licht ins Dunkel. Noch-Besitzer Patrick erklärte, dass das Blatt vermutlich als Weihnachtsgabe für die Mitarbeiter der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe im Jahr 1982 entstanden sei. Dort lehrte Hans-Georg Bruno Kern, besser bekannt als Georg Baselitz, als Professor. Die Signatur bestätigte den Verdacht: Es handelte sich tatsächlich um einen echten Baselitz. Genauer gesagt um Exemplar Nummer 54 von insgesamt 250.
Das Umdrehen seiner Motive war zeitweise ein zentrales Stilmittel des Künstlers, erläutert Bianca Berding. So sollten Betrachter die Darstellung neu entdecken und sich intensiver mit dem Werk auseinandersetzen. Doch damit war ihre Expertise noch nicht beendet. Denn genau dieses Vorgehen machten sich laut der Expertin auch Kunstfälscher zunutze. "Wenn sie die Werke umdrehen, können sie viel sauberer und befreiter sehen und viel genauer nachahmen." Über diesen Trick staunten nicht nur die Studiogäste.
Sendung muss vor Baseltz' Tod aufgezeichnet worden sein
Besonders gefiel der Expertin die "brutale" Kaltnadeltechnik des Blattes. Lediglich die leichte Vergilbung drückte den Zustand etwas. Reichte das für den Wunschpreis von 800 Euro? Ja! Bianca Berding taxierte das Werk auf 600 bis 900 Euro. Damit war der Weg in den Händlerraum frei.
Das Bild des international gefeierten Künstlers weckte sofort Begehrlichkeiten. Daniel Meyer erinnerte daran, dass Baselitz als teuerster deutscher Maler galt. Damit wurde klar: Die Sendung musste vor dem 30. April 2026 aufgezeichnet worden sein. Meyer sprach nämlich noch vom "lebenden" Georg Baselitz. Der Künstler war jedoch am 30. April 2026 im Alter von 88 Jahren verstorben.