Druckartikel: Führt Freddie Mercury zur Aufklärung eines Mordes?

Führt Freddie Mercury zur Aufklärung eines Mordes?


Autor: Susanne Bald

, Freitag, 14. August 2026

Der vorletzte "München Mord"-Film mit dem im Mai verstorbenen Alexander Held lässt die Ermittler zurück ins München der Achtzigerjahre reisen. Eine Spur führt zu einer Musikikone, die hier wilde Zeiten verbracht haben soll.


Alexander Helds Tod im vergangenen Mai war ein Schock für die deutsche Fernsehwelt. Jahrzehntelang hatte der Schauspieler Filme und Serien mit seinem vielseitigen Spiel geprägt, besonders die ZDF-Krimireihen "Stralsund" und "München Mord". Drei Filme hatte er dafür noch abgedreht.

Am Samstag ist Held nun in "München Mord - Die Stadt, die es nicht gibt" (Regie: Eva Spreitzhofer) zum vorletzten Mal in der Rolle des schrulligen Kommissars Ludwig Schaller zu sehen, "eine so ungewöhnliche Figur in der deutschen Fernsehlandschaft, dass ich sie unbedingt spielen wollte", wie er sagte.

Nach dem Weggang von Kriminaloberrat Zangel (Christoph Süß) übernimmt im 23. Fall Dr. Linda Hösl (Eva Karl Faltermeier) die Leitung. Zunächst traut sie den "Keller-Kommissaren" Schaller, Harald Neuhauser (Marcus Mittermeier) und Angelika Flierl (Bernadette Heerwagen) ebenso wenig zu wie ihr Vorgänger. Und dann schlägt sie auch noch Schallers Begrüßungs-Gelbwurst aus. "Na hoffentlich bleibt die uns ned", raunzt Harald.

Zeitreise in die Achtziger

Immerhin überträgt sie ihnen einen neuen Fall: den Mord an Nora, Gastgeberin einer 80er-Jahre-Party am Abend zuvor. Da gerät Schwerenöter Harald direkt ins Schwelgen über wilde Zeiten und Frauengeschichten. Doch Schaller weiß: "Wer sich an die 80er-Jahre erinnern kann, der war nicht wirklich dabei."

Die befragten Partygäste können sich ab der Bowle um Mitternacht an nichts mehr erinnern. Während sich Schaller in eine Alkoholleiche hineinzuversetzen versucht, überredet Angelika die jungen Leute zu einer Urinprobe: "Bieseln's für die Nora, bitte." Und in der Tat: Die Bowle war mit K.-o.-Tropfen versetzt worden, Nora selbst starb durch eine Injektion.

Einen Hinweis auf das Motiv gibt die Seniorin Thekla Weingärtner (Beatrice Richter), eine Freundin der jungen Frau. Nach dem Tod ihrer Mutter hatte Nora deren Villa geerbt. Gleichzeitig scheint sie Menschen immer wieder mit großen Plänen begeistert und anschließend enttäuscht zu haben.

Ein Trio, das man vermissen wird

Auch dieser "München Mord"-Fall lebt vom Zusammenspiel der drei Hauptfiguren, denen die Drehbuchautoren Matthias Kiefersauer und Alexander Liegl wunderbare Szenen und Dialoge schenken . So trifft etwa Harald auf eine alte Liebschaft, "die Carola aus Kolbermoor" (Carin C. Tietze), die sich ihrerseits noch gut an seine engen Jeans erinnert.

Kurz darauf stakst Harald in bester Monaco-Franze-Manier mit ebensolchen und Lederjacke ins Büro. Er wolle nachspüren, ob womöglich der junge Harald der wahre sei. Vielleicht sei der Polizeijob ja seine Lebenslüge - genauso wie Angelikas Glaube, eigentlich Musikerin zu sein. Überhaupt Angelika und Harald: dieses Nicht-Paar, das auf der Suche nach der Liebe ist, auch wenn beide es auf ihre unbeholfen rührende Art nicht zugeben können.

Schaller wiederum führt eine Spur tief ins München der Achtziger - und zu einer unerwarteten Schlüsselfigur: Freddie Mercury, der hier damals so wilde wie kreative Jahre verbrachte. Führt die Musikikone mit dem Schnauzer zur Lösung des Falls? Dazu muss sich der kauzige Kommissar erst einmal in sie hineinversetzen ...

Spätestens wenn das liebgewonnene Trio in die "Bohemian Rhapsody" einstimmt, wird einem schmerzhaft bewusst, wie sehr man Schaller, diesen besonderen Charakter, und seinen Darsteller vermissen wird. Im Dezember soll der letzte "München Mord"-Film mit Alexander Held ausgestrahlt werden: "Das Recht auf Glück". Für zwei weitere, bereits geplante Folgen beginnen dem ZDF zufolge im Herbst die Dreharbeiten mit Bernadette Heerwagen und Marcus Mittermeier. Der Ausstrahlungstermin für Alexander Helds letzten "Stralsund"-Krimi (Arbeitstitel: "Dunkle Tiefen") ist noch nicht bekannt.

München Mord - Die Stadt, die es nicht gibt - Sa. 22.08. - ZDF: 20.15 Uhr

Quelle: teleschau – der mediendienst