In der ARD-Doku "JD Vance - Der Mann nach Trump" wird der politische Aufstieg des Vizepräsidenten der USA aufgezeigt. Dabei kommen einige Weggefährten von JD Vance zu Wort und berichten von seiner plötzlichen Kehrtwende in Bezug auf Donald Trump.
"Trump ist ein wirklich schlechter Kandidat und, wie ich finde, auch ein schlechter Mensch." Mit diesen Worten bezeichnete James David Vance, besser bekannt als JD Vance, einst den heutigen US-Präsidenten. Inzwischen ist der Republikaner, der vor einigen Jahren noch einer der größten Trump-Kritiker war, die rechte Hand genau dieses Mannes und gehört zu den mächtigsten Menschen der USA. Wie es zu der Kehrtwende kam und wie gefährlich der aktuelle Vizepräsident wirklich ist, will jetzt die ARD-Doku "JD Vance - Der Mann nach Trump" zeigen.
Bekannt wurde JD Vance durch sein Buch "Hillbilly Elegy", das 2016 erschien und es an die Spitze der "New York Times"-Bestsellerliste schaffte. In dem autobiografischen Werk schildert er die Probleme der weißen Unterschicht in den USA und erzählt auch von seiner eigenen Kindheit in einer von Armut, Gewalt, Drogen und Alkoholismus geprägten Familie aus den Appalachen.
Anschließend machte JD Vance vor allem als Trump-kritischer Republikaner auf sich aufmerksam. Doch dann änderte sich alles. JD Vance wurde vom Atheisten zum gläubigen Katholiken, vom Juristen zum US-Senator in Ohio, vom Trump-Kritiker zu Trumps Unterstützer - und schließlich zu seinem Vizepräsidenten. Längst gilt der 41-Jährige als Favorit auf die republikanische Präsidentschaftskandidatur 2028.
"Ein großer Bösewicht wird nur, wer das Potenzial zum großen Helden hat"
David Frum, ein ehemaliger Berater von Ex-US-Präsident George W. Bush, sagt in der ARD-Doku über JD Vance: "Von 2010 bis 2017 war jedem, dem er begegnet ist, klar, dass er im Leben Amerikas mal eine wichtige Rolle spielen wird. Wir hofften, dass er sie zum Guten nutzt. Aber die Literatur zeigt ja: Ein großer Bösewicht wird nur, wer das Potenzial zum großen Helden hat."
David Frum hatte Kontakt zu JD Vance, nachdem dieser Ende der 2000er-Jahre aus dem Irakkrieg zurückgekehrt war. Der damals 25-Jährige sprach sich in dieser Zeit für einen gemäßigten Republikanismus aus und nutzte eine von David Frum zum politischen Austausch erstellte Website, um seine Gedanken zu veröffentlichen. "Er hat acht bis zwölf Artikel beigetragen. Alle durchdacht, wohlüberlegt und hervorragend geschrieben. Ich war stolz, sie zu veröffentlichen", gibt David Frum zu. Damals war der Republikaner von seinen heutigen Ansichten noch weit entfernt.
Ist JD Vance "das Software-Update" von Donald Trump?
2010 startete JD Vance schließlich ein Jura-Studium an der renommierten Yale-Universität. Die ehemalige Kommilitonin Sofia, die von da an zehn Jahre lang mit ihm befreundet war, berichtet: "Damals war ich offen queer und trans. Meine geschlechtsangleichende Operation war nie ein Thema. Er hat mich unterstützt, war freundlich. (...) Ich hatte nie den Eindruck, dass er gegenüber LGBTQ-Menschen negative Gefühle hegt." Sofia erklärt weiter: "Es ist nicht nur LGBTQ. In sehr vielen Bereichen hat er eine Kehrtwende gemacht."
So wurde JD Vance nach seinem erfolgreich abgeschlossenem Studium zu einem der größten Kritiker von Donald Trump. Sofia erzählt in der ARD-Doku, dass JD Vance ihr gegenüber Trump mal als "potenziellen Hitler Amerikas" bezeichnet habe. Sie liest einige Textnachrichten vor, die er ihr früher geschrieben habe. In denen nennt JD Vance den US-Präsidenten einen "schlechten Menschen", "moralisch verwerflich" und meint auch: "Mich beunruhigt, dass sich muslimische Bürger im eigenen Land nicht willkommen fühlen."