Im "Tatort: Unter Feinden", Teil zwei des Falles der Vorwoche, bekommt es Mila Sahin (Almila Bagriacik) mit Korruption, organisierter Kriminalität und Geldwäsche zu tun. Sie scheint isoliert - bis sie in der Psychologin Elli Krieger (Karoline Schuch) überraschend eine Gefährtin findet.
An einem malerischen See im Kieler Umland ist es zu einem tragischen Todesfall gekommen. Mila Sahin (Almila Bagriacik) nimmt dieser Tod persönlich mit - und sie glaubt nicht an die Theorie einer Überdosis Drogen. Im Präsidium, wo mittlerweile Robert Iwerson (Yorck Dippe) ihr Vorgesetzter ist, steht Sahin mit ihren Verdachtsmomenten rund um einen Fall, der mit dem "Tatort: Unter Freunden" in der Vorwoche begann, isoliert da. Sahin entscheidet sich in Teil zwei, "Tatort: Unter Feinden", für eine Beurlaubung. Wem bei der Polizei kann sie überhaupt noch trauen?
Da schlägt überraschend die Stunde der Kriminalpsychologin Elli Krieger (Karoline Schuch). Mila Sahins Freundin Anna Nowak (Lilith Stangenberg) hatte sich der Therapeutin gegenüber geöffnet. Nun bitte Sahin die bislang etwas förmlich wirkende Krieger um Mithilfe. Schaffen es die beiden ungleichen Frauen, den Fall rund um das seltsame Kieler Star-Unternehmen Prometheus AG, um Organisierte Kriminalität und einen oder mehrere korrupte Kollegen aufzuklären?
Wer den ersten Film dieses von Lars Kraume inszenierten "Tatort"-Zweiteilers nicht gesehen hat, sollte dies nachholen, bevor man sich "Tatort: Unter Feinden" zu Gemüte führt. Auch wenn Teil zwei klar spannender ist und mehr intensive Momente zu bieten hat, ohne die Vorgeschichte ergibt das Ganze wenig Sinn. Nachdem es in "Tatort: Unter Freunden" so aussah, als würde Lilith Stangenberg zur neuen Ermittlerin an Almila Bagriaciks Seite avancieren (was sicher auch sehr reizvoll gewesen wäre!), übernimmt nun die eigentlich für den Job vorgesehene Frau: Karoline Schuch. Die 44-jährige Schwester ihres Schauspielkollegen Albrecht Schuch verkörpert den ruhigen, ja fast ein wenig gehemmt wirkenden Gegenpart zur emotional zu Extremen neigenden Mila Sahin.
Die Chemie von Frieda Jung und Klaus Borowski
Ob die neue weibliche Kiel-Kombi auf Strecke passt und aufregend ist, wird man sehen. Karoline Schuch ist sicher eine gute Schauspielerin. Momentan muss sie ihre Rolle aber noch etwas "zurückgenommen" interpretieren - was sich in weiteren Drehbüchern selbstredend ändern könnte. Auch die Frage, wie eine Psychologin in Ermittlungen - vor allem in Außeneinsätze - eingebunden sein wird, müssen weitere Kiel-Krimis zeigen. Immerhin: Mit Psychologinnen hat man in Kiel gute Erfahrungen gemacht. Als erste Partnerin Axel Milbergs Borowski spielte Maren Eggert von 2003 bis 2010 die Polizeipsychologin Frieda Jung, die später auch seine große Liebe wurde. Bis heute hängen "Tatort"-Fans an dieser etwas schrägen Ermittler-Konstellation, die schon vor 16 Jahren aufgelöst wurde. Wer hätte zu Beginn gedacht, dass diese Chemie zu etwas Besonderem würde. Ob Bagriacik und Schuch zum Ermittlerinnen-Kult-Duo im "Tatort"-Norden werden, muss sich zeigen.
Tatort: Unter Feinden - So. 18.10. - ARD: 20.15 Uhr
Quelle: teleschau – der mediendienst