Fehlende Einordnung zu möglichem Femizid: RTL+ will "Bad Boyfriends"-Folgen nach Kritik "anpassen"
Autor: Franziska Wenzlick
, Dienstag, 14. Juli 2026
Dass im Format "Bad Boyfriends" ein möglicher Femizid ohne weitere Einordnung thematisiert wurde, sorgte bei vielen Zuschauerinnen und Zuschauern für Entsetzen. Nun hat man sich bei RTL+ dazu entschlossen, die betroffenen Folgen der Reality-Show zu überarbeiten.
Man nehme das Feedback der Zuschauerinnen und Zuschauer "sehr ernst", heißt es in einem am Dienstag veröffentlichten Statement von RTL+. In Bezug auf das zuletzt hitzig diskutierte Format "Bad Boyfriends" hat der Streamingdienst nun Änderungen vorgenommen. Zuvor war Kritik laut geworden, weil in der Sendung ein möglicher Femizid von einem Kandidaten thematisiert wurde - zunächst ohne weitere Einordnung vonseiten des Senders.
"Nach einer erneuten sorgfältigen Prüfung der bereits ausgestrahlten vierten Folge sowie der weiteren Folgen sind wir zu dem Schluss gekommen, dass wir die Sensibilität der Thematik und der gezeigten Situation nicht ausreichend gekennzeichnet und eingeordnet haben", ist nun auf dem Instagram-Kanal von RTL+ zu lesen. "Das bedauern wir. Deshalb haben wir entschieden, die bereits ausgestrahlte Folge sowie die noch ausstehenden Folgen entsprechend anzupassen."
Einordnung erfolgt laut Fans zu spät
In der vierten Episode des neuen Reality-Formats hatte Kandidat Maki Doric (bekannt unter anderem aus dem "Sommerhaus der Normalos") seiner Partnerin Michelle Mišić sein Smartphone zur Verfügung gestellt. Nachdem diese dort ein Foto und ein Video einer anderen Frau gefunden hatte, rechtfertigte sich Doric: "Die Frau hat mir dieses Foto geschickt und die Videos auf Instagram. Ich hab die aber gelöscht, sofort."
Im weiteren Verlauf der Sendung erklärte Doric, weshalb er nicht mehr in Kontakt zu der nicht namentlich genannten Urheberin des Materials stehe: "Es ist etwas passiert mit dieser Frau. Diese Frau wurde getötet von ihrem Freund." Später sagte Doric zu seinen Mitstreitern, jene Frau "existiere" nicht mehr. In der inzwischen überarbeiteten Folge sind die entsprechenden Szenen nicht mehr zu sehen.
Weil die Folge auf RTL+ zunächst ohne Einordnung durch den Sender abrufbar war, zeigten sich Fans empört. Auch das nun veröffentlichte Statement kommt zahlreichen Instagram-Usern zufolge zu spät. "An sich die richtige Entscheidung, aber jetzt ergibt es keinen Sinn mehr", findet eine Nutzerin, während eine weitere Zuschauerin zu bedenken gibt, dass die betroffene Folge ohnehin "schon jeder gesehen" habe. Das Fazit einer anderen Kommentatorin: "Sich jetzt hinzustellen und nachzuholen, was dringend vorher nötig gewesen wäre, ist schon ein Trauerspiel."
Quelle: teleschau – der mediendienst