"Es geht hier um Glaubwürdigkeit": Lanz lockt Felix Banaszak zur Berliner Linkspartei aus der Reserve

1 Min
Markus Lanz
ZDF-Moderator Markus Lanz und Grünen-Co-Chef Felix Banaszak gerieten am Mittwoch aneinander, als es um die künftige Regierungsbildung und den richtigen Umgang mit der Linkspartei in Berlin ging.
ZDF / Markus Hertrich

Bei "Markus Lanz" geriet Grünen-Co-Chef Felix Banaszak wegen der Berliner Linkspartei zunehmend unter Druck. Der Moderator wollte wissen, wie Rot-Grün-Rot trotz Antisemitismus-Vorwürfen in Teilen der Partei möglich sein soll. Als Banaszak auf Gespräche und Bedingungen setzte, hielt Lanz dagegen.

Bei "Markus Lanz" äußerte sich Grünen-Co-Chef Felix Banaszak zu einer möglichen Koalition mit der Linkspartei und der SPD in Berlin. Als er auf die Vorwürfe des Antisemitismus innerhalb der Linkspartei angesprochen wurde, stellte Banaszak klar, dass es "inakzeptabel" sei, "dass auf einen antisemitischen Terroranschlag nicht ein beherzter Kampf gegen Antisemitismus folgt, sondern eine Zunahme antisemitischer Straftaten". Als Lanz wissen wollte, warum die Grünen dennoch über eine mögliche Zusammenarbeit mit der Linken in Berlin nachdenken würden, entgegnete Banaszak: "Die Linke ist eine - im Kern - demokratische Partei (...), die in Teilen mit Antisemitismus (...) auffällt." Er ergänzte: "Ich weiß, dass das nicht die Partei 'Die Linke' ist. Die AfD ist eine Partie, bei der die Unterscheidung zwischen völkisch und gemäßigt eine kosmetische ist."

Laut des Politikers habe die Linke in Berlin die Chance verdient, "uns zu beweisen, dass sie (...) regierungsfähig ist". Lanz hakte irritiert nach: "Wann ist denn dieser Beweis erbracht?" Banaszak antwortete prompt: "Wenn sie beispielsweise gegenüber denen, die in der Partei da wirklich problematisch auffallen, auch bereit ist zu Sanktionen und zu Konsequenzen." Eine Aussage, die den Moderator fassungslos machte: "Wenn man diese angebliche Klarheit hier hat, dann kann man doch nicht hingehen und sagen, jetzt machen wir mal Vorsondierungen." Banaszak hielt jedoch dagegen und wollte wissen: "Was ist denn Ihr Vorschlag? Wie soll man denn herausfinden, wie die Linke aufgestellt ist, ohne ins Gespräch zu gehen?"

Ein Satz, der Markus Lanz aufhorchen ließ: "Das ist irre!" Felix Banaszak ließ sich davon nicht beirren und ergänzte abschließend: "Wir haben den Linken doch sehr deutlich gesagt: Es gibt Voraussetzungen dafür, dass wir überhaupt in Sondierungen gehen." Als Lanz mit "Herr Banaszak, es geht hier um Glaubwürdigkeit" konterte, wehrte sich der Grünen-Co-Chef mit ernstem Blick: "Der Kompass ist sehr, sehr klar: Mit Antisemiten, mit Israel-Feinden (...) gibt es für mich keine Zusammenarbeit.

Sehen Sie die Lanz-Sendung in voller Länge jederzeit bei https://kurz.zdf.de/LANZ/

Quelle: teleschau – der mediendienst