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Erst Enttäuschung, dann Jubel: "Bares für Rares"-Verkäuferin wird im Händlerraum überrascht


Autor: Natalie Cada

, Mittwoch, 27. Mai 2026

Der Enttäuschung am Expertenpult von "Bares für Rares" folgte eine Überraschung im Händlerraum. Obwohl der große Künstlername auf der Jugendstil-Vase fehlte, zahlte eine Händlerin den doppelten Wunschpreis.


Verkäuferin Lena wurde in der Mittwochsausgabe der ZDF-Trödelshow "Bares für Rares" bei Horst Lichter enttäuscht: "Leider nicht das, was ich hören wollte", erwiderte sie nach der Expertise ihrer Jugendstil-Vase. Denn am Boden fehlte ein bestimmtes Künstlersignet. Einer Händlerin war das anscheinend nicht wichtig. Sie verdoppelte den Wunschpreis.

Seit vielen Jahren befand sich die Vase mit auffälligem Kakaobohnen-Dekor im Familienbesitz von Lena aus Hasbergen. "Jetzt hat meine Mutter mir die Keramik geschenkt", erzählte die Verkäuferin. Und auch Bianca Berding war begeistert: "Das war ein super Geschenk", denn die kunstvolle Bemalung erinnerte "ganz, ganz, ganz stark an Max Laeuger".

Signatur fehlt

"Max Laeuger ist der bekannte und besondere Keramikkünstler in Deutschland", erklärte Berding weiter. Der Ausnahmekünstler hatte innovative Keramik geschaffen, die serienhaft gefertigt und in den 1920ern "in fast jedem deutschen Haushalt zu finden war". Sein Erkennungsmerkmal: farbenfrohe Designs und wiederholende Motive.

"Hat er das denn signiert?", hakte Lichter nach - und traf damit den entscheidenden Punkt. Zwar entdeckte Berding auf der Unterseite die Ritzmarke der Kunsttöpferei Tonwerke Kandern - jener Werkstatt, die Max Laeuger 1897 gegründet hatte. Allerdings verließ der Künstler Kandern bereits 1914 wieder, um in Karlsruhe eine weitere Werkstatt aufzubauen.

Das entscheidende Detail fehlte auf Lenas Vase: Weder das Kürzel "ML" noch "LM" war als Marke zu finden. "Wenn die Signatur nicht vorhanden ist, dann wurde das Objekt nicht von Max Laeuger selbst gefertigt, sondern von Mitarbeitern der Tonwerke Kandern", laut Berding. "Leider nicht das, was ich hören wollte", schluckte die Verkäuferin.

Nach Laeugers Weggang führten die Mitarbeiter der Tonwerke Kandern seine beliebten Entwürfe weiter. "Denn das waren ja die großen Verkaufsschlager", erklärte Expertin Berding. Für Lichter stand danach vor allem eine Frage im Raum: "Preislich macht es wahrscheinlich schon einen Unterschied, ob Laeuger draufsteht oder nicht?"

"Das ist leider so", bestätigte Berding den Wertunterschied. Trotz der enttäuschenden Nachricht hoffte Lena auf 300 Euro - obwohl das Stück bereits restauriert wurde. Die Ausbesserung fiel aber selbst der Expertin nicht auf: "Ich habe nichts gespürt, also tolle Arbeit", lobte Berding und bewertete die Vase auf 200 bis 300 Euro.

"Ich war von Anfang an verliebt"

"Super schön", schwärmte Sarah Schreiber beim Anblick der Vase. Auch Wolfgang Pauritsch zeigte sich beeindruckt von der "wunderbaren Schlickermalerei" und vermutete ebenfalls ein Werk von Max Laeuger. Doch die Vase stammte lediglich aus den Tonwerken Kandern, verwies die Verkäuferin. Viel mehr interessierte Pauritsch aber die Restaurierungsstelle.

Sogar mit einer Speziallampe konnte Pauritsch die restaurierte Fehlstelle zunächst nicht entdecken. "Das ist hervorragend gemacht", lobte der Händler schließlich die aufwendige Arbeit. Anschließend reichte er die Vase an seine Kollegen weiter und auch Daniel Meyer machte sich sofort daran, die retuschierte Stelle aufzuspüren.

Während Meyer akribisch nach der Stelle suchte, lobte Jan Cizek die "sehr schöne, ausgefallene Vase in toller Größe". Kurz darauf meldete sich Meyer triumphierend zu Wort: "Ich hab's!" In der Lasur hatte er eine Auffälligkeit entdeckt. "Hier sieht man, dass plötzlich das Alters-Krakelee fehlt", erklärte er seinen Fund.

Meyer eröffnete danach die Verhandlung mit 100 Euro, doch Pauritsch legte sofort 300 Euro nach. Weder die restaurierte Stelle noch die fehlende Laeuger-Signatur schienen den Händler zu stören. Auch Schreiber stieg mit ein und trieb den Preis auf 500 Euro hoch. "Meine Herren", reagierte Meyer verblüfft auf das rasante Bietergefecht.

"Die ist super zu verkaufen, weil sie so aktuell und modern ist", säuselte Schreiber über die Vase aus den Jahren 1920 bis 1925. Schließlich steigerte sie ihr Gebot auf 660 Euro und gestand: "Ich war von Anfang an verliebt." Damit sicherte sie sich den Zuschlag und auch Verkäuferin Lena freute sich riesig: "Besser als erwartet."

"Bares für Rares": Das waren die weiteren Objekte der Sendung

Als weitere Objekte der Sendung wurden fünf Zuglaufschilder samt Halterung aus dem regionalen Reiseverkehr der Deutschen Bahn von Detlev Kümmel in den 1970er-Jahren datiert. Gewünscht wurden 150 bis 200 Euro, Kümmel schätzte 100 bis 150 Euro und Händler Meyer zahlte 130 Euro.

Ein Gemälde von Otto Pippel, ein spätimpressionistischer Maler aus dem süddeutschen Raum, datierte Expertin Berding in den 1950er-Jahren. Der Wunschpreis lag bei 1.200 Euro, Berding taxierte 1.500 bis 1.800 Euro und Händler Meyer zahlte sogar 2.100 Euro.

Zwei Manschettenknöpfe aus 585er Gold mit Granulationstechnik stammten laut Heide Rezepa-Zabel aus den 1950er- bis 1960er-Jahren. Gewünscht wurde der Goldwert in Höhe von 910 Euro, die Expertin schätzte 900 bis 1.000 Euro und Händler Pauritsch zahlte 1.050 Euro, denn er wollte die Manschetten selbst tragen.

Experimentier-Baukästen von Kosmos aus den 1960er-Jahren schätzte Experte Kümmel auf 100 bis 150 Euro. Der Verkäufer wäre auch mit 20 Euro zufrieden, um sich "eine große Portion Fritten in Belgien" zu gönnen. Händler Cizek erhielt für 60 Euro den Zuschlag.

Quelle: teleschau – der mediendienst