"Erschlagen, vergiftet, lebendig verbrannt": TV-Doku zeigt Horror rumänischer "Hundetötungs-Stationen"
Autor: Franziska Wenzlick
, Mittwoch, 15. April 2026
In Rumänien lässt sich mit dem Betrieb sogenannter Hundetötungsstationen enormes Geld verdienen. Die ProSieben-Doku "Die Hunde-Mafia: How to Kill a Puppy And Get Rich" deckt die erschreckenden Zustände in den Einrichtungen auf - und schreckt dabei auch vor "sehr verstörenden" Bildern nicht zurück.
Es ist kaum eträglich, was ProSieben an diesem Mittwochabend zur Primetime zeigt - auf dem Sendeplatz, auf dem sich eine Woche zuvor noch Heidi Klum und ihre Topmodel-Anwärter den weniger ernsten Dingen des Lebens widmeten. "Die folgende Dokumentation zeigt Bilder von Tierleid, die auf einige Zuschauer sehr verstörend wirken können", heißt es nun stattdessen, wenn der Tierschutz-Influencer Nathan Goldblat nachforscht, wie man - so der Titel der Dokuserie - "einen Welpen tötet und reich wird" ("How to Kill a Puppy And Get Rich").
Gängig ist dieses bewusst provokativ ausformulierte Geschäftsmodell in Rumänien. Dorthin reist Goldblat in Begleitung verschiedener Aktivisten und Influencer, um "auf einen dringenden Missstand in Europa aufmerksam zu machen". Seit 2013 dürfen in Rumänien Straßenhunde eingefangen und - nach einer zweiwöchigen Frist - in sogenannten Tötungsstationen eingeschläfert werden. Im Film ist von "bis zu 400 Euro" die Rede, die die Betreiber besagter Tötungsstationen pro Hund kassieren - bei Hunderttausenden Straßenhunden ein lukratives Geschäft, das sich Kriminelle zunutze machen.
"Eigentlich müssen wir von einer Hunde-Mafia sprechen", stellt die Tierschützerin Jana Hoger fest. "Das heißt, es sind Tötungsstationen, in die Hunde zu Massen gebracht werden, dort unter schlimmsten Bedingungen eingesperrt und auch getötet werden - erschlagen, vergiftet, lebendig verbrannt."
"14 Tage, die meist schlimmer sind als der Tod selbst"
Beim Besuch verschiedener Tötungsstationen werden Nathan Goldblat und seine Begleiter unter Tränen Zeuge der Bedingungen, unter denen die gefangenen Tiere in den zwei Wochen vor ihrem Tod gehalten werden. Mit ihren Handykameras filmen sie unterernährte, verängstigte Hunde, denen oft nicht einmal Trinkwasser zur Verfügung steht. Es seien "14 Tage, die meist schlimmer sind als der Tod selbst", findet Goldblat. Wenn die Tiere in dieser Zeit nicht von Tierschutzvereinen oder rumänischen Staatsangehörigen aus der Station geholt werden, erwartet sie die Einschläferung - zumindest offiziell.
"Eine echte Euthanasie gibt es in diesen Einrichtungen nicht", stellt ein anonymer Informant im Film klar. "Die Hunde werden in Tötungsgruben getötet, oft vor den Augen anderer Hunde. Dabei werden ihnen giftige Substanzen injiziert, teilweise Insektizide." Die verwendeten Substanzen seien "so stark verdünnt, dass manche Hunde erst in den Säcken sterben, in denen sie zur Verbrennung transportiert werden", erklärt der anonyme Tierschützer, der im Zusammenhang mit den privaten Tötungsstationen ebenfalls von mafiösen Strukturen spricht.
Ähnlich erschreckend wie die Schilderungen des Mannes sind die Bilder, die rumänische Aktivisten dem Produktionsteam zuspielen. Acht Tage lang haben die Tierschützer mit versteckten Kameras gefilmt, was sich in einer der privaten Tötungsstationen abspielt. Zunächst ist zu sehen, wie ein Mitarbeiter mit einem Schlingstock auf einen Hund einschlägt.
"Wir haben jetzt hier auf Kamera, wie der Hund umgebracht wird"
Doch es kommt noch schlimmer: "Wir haben jetzt hier auf Kamera, wie der Hund umgebracht wird", ist Goldblat entsetzt. Was folgt, dürfte selbst hartgesottenen Zuschauern die Tränen in die Augen treiben: Das Tier fiept, schreit und fängt an zu torkeln, als ihm ohne vorherige Betäubung ein tödliches Gift injiziert wird. "Es fängt an, dass die Atmung gelähmt wird, sodass die Hunde letztendlich bei vollem Bewusstsein ersticken", ordnet eine Tierschutzdetektivin das Material ein.