Zwei "Bares für Rares"-Händler lieferten sich ein Wettbieten, wie es selbst ihr Kollege noch nicht erlebt hatte. Gut für den Verkäufer, der nach der spannenden Verhandlung mit einer unerwartet hohen Summe nach Hause ging.
Ein außergewöhnliches Schmuckstück weckte bei Horst Lichter in der Freitagsausgabe der ZDF-Trödelshow zunächst ungewöhnliche Assoziationen: "Es gibt eine Pralinenart, die sieht fast genauso aus", erklärte der "Bares für Rares"-Moderator. "Ich hätte jetzt Hunger drauf."
"Das war so ein kleiner Glücksgriff 2020", erzählte Pierre aus Fürth. "Auf einer Auktion konnte ich das Schmuckstück quasi ersteigern und wollte dann eigentlich daraus so eine Art Porträtanhänger für eine Goldkette machen lassen." Allerdings lehnten sämtliche Goldschmiede ab.
"Vielleicht war das aber auch gut, dass es keiner gemacht hat", wartete Lichter, was die Expertin Dr. Heide Rezepa-Zabel zu berichten hatte. Die analysierte das Monogramm des Medaillons. "Das sieht aus wie ein H, ist aber ein kyrillisches N" - für Zar Nikolaus I., der 1855 verstarb.
Ebenfalls ins schwarze Emaille-Feld eingraviert war dessen Sterbetag am 2. März 1855. "Es ist natürlich Andenkenschmuck, Trauerschmuck", erklärte Rezepa-Zabel. "Es diente der Erinnerungskultur." Gedacht war das Armband für das adlige Umfeld des Zaren, Diplomaten und höhere Beamte und Militärs. Die Punzen wiesen auf die Herstellung in St. Petersburg sowie 583er Gold hin.
Besonders fand die Expertin obendrein das elastische Armband. "Eine sehr frühe, moderne Konstruktion", die erst ab den 1860er-Jahren weiterverbreitet wurde. Abnutzungsspuren waren aufgrund des Alters normal. "Irgendein Grobian hat mal hier geschaut, ob das gefüllt ist", zeigte die Expertin eine Beschädigung. Trotzdem lag der Schätzpreis über dem Wunsch von 3.200 bis 3.500 Euro, nämlich bei bis zu 4.000 Euro.
"Bares für Rares"-Verkäufer: "Einfach überwältigend!"
Im Händlerraum startete Wolfgang Pauritsch mit 1.000 Euro. Schnell erhöhten sich die Gebote auf 2.600 Euro. "Leo, kaufst du sowas auch?", fragte Pauritsch seinen bisher noch schweigenden Kollegen. "Bis jetzt nicht, aber ich sag mal 2.700", stieg Benjamin Leo Leo mit ein.
Langsam stagnierten die Gebote. "Also die 3.000 Euro würde ich geben", rechnete Daniel Meyer (zweiter von rechts) schon mit dem Zuschlag. Für David Suppes, Wolfgang Pauritsch und Lisa Nüdling war die Grenze damit erreicht. Leo Leo und Meyer blieben übrig - und plötzlich nahm die Verhandlung wieder Fahrt auf. Auf Meyers 3.550 Euro machte Leo Leo einen großen Schritt auf 3.700 Euro. Meyer blieb in 50-Euro-Schritten dran. Suppes beobachtete das Duell fassungslos: "Boah!"