Druckartikel: Eine neue Mordserie erschüttert Dänemark: Das sind die Streaming-Tipps der Woche

Eine neue Mordserie erschüttert Dänemark: Das sind die Streaming-Tipps der Woche


Autor: Teleschau  

, Donnerstag, 30. April 2026

Fünf Jahre nach Staffel eins setzt Netflix die großartige dänische Krimiserie "Der Kastanienmann" fort, während in der israelischen Serie "Unconditional" bei Apple TV+ ein Urlaub im Albtraum endet. Welche Streaming-Highlights die kommende Woche noch bereithält, verrät die Übersicht.


Mit der Adaption des Romans "Der Kastanienmann" gelang Netflix 2021 die vielleicht beste Scandi-Noir-Serie seit den Kult-Vorbildern "Kommissarin Lund" und "Die Brücke". Dass sie vor allem an erstere erinnerte, hat einen Grund: Autor, auch des Drehbuchs, von "Der Kastanienmann" war "Lund"-Erfinder Søren Sveistrup. Auf der Bewertungsplattform Rotten Tomatoes wurde der dänische Sechsteiler zu 100 Prozent positiv bewertet, eine absolute Seltenheit. Fünf Jahre nach Staffel eins legt Netflix nun die zweite, ebenfalls sechsteilige Staffel nach, mit einem erneut düster und atmosphärisch inszenierten, packenden Fall, der geschickt Thriller und menschliches Drama verbindet. Was die Streamer in den nächsten Tagen noch zu bieten haben, erfahren Sie in der Übersicht.

"Der Kastanienmann", Staffel zwei - Netflix

Die zweite Staffel von "Der Kastanienmann" (ab Donnerstag, 7. Mai, Netflix) basiert auf der Grundidee von Sveistrups Roman "Der Kuckucksjunge", der im dänischen Original, übersetzt, "Ich zähl eins, ich zähl zwei" heißt, wie beim Versteckspielen. Schon seit Fritz Langs Meisterwerk "M - Eine Stadt sucht einen Mörder" (1931), spätestens aber seit dem Horrorklassiker "A Nightmare on Elm Street" (1984) bilden Kinderreime ein zuverlässiges bedrohliches Grusel-Element, so auch in der zweiten Staffel von "Der Kastanienmann".

Als die als vermisst gemeldete Zara Solak (Ellaha Lack) ermordet aufgefunden wird, stellt sich heraus, dass sie schon längere Zeit gestalkt und mit Handynachrichten, die an ein harmloses Kinderspiel erinnern, bedroht worden war. Auch die zwei Jahre zuvor getötete 17-jährige Emma hatte ähnliche Nachrichten erhalten, auch mit ihr hatte der Unbekannte per Nachrichten gespielt, sie gequält und beschimpft. Der Fall wurde nie gelöst.

Emmas verzweifelte Mutter Marie, die nie die Hoffnung aufgegeben hat, dass der Mörder ihrer Tochter gefunden und zur Verantwortung gezogen wird, drängt hartnäckig darauf, dass die Ermittler Mark Hess (Mikkel Boe Følsgaard) und Naia Thulin (Danica Curcic) nun auch Emmas Fall wieder aufnehmen. Verkörpert wird die trauernde Löwenmutter von keiner Geringeren als der großartigen "Kommissarin Lund"-Darstellerin Sofie Gråbøl.

"Unconditional" - Apple TV+

Das möchte man wirklich nicht erleben: in Moskau am Flughafen stehen und kurz vor dem Boarding zunächst ohne Angabe von Gründen von der Polizei abgeführt werden. Für Orna (Liraz Chamami) und ihre Tochter Gali (Talia Lynne Ronn) endet eine gemeinsame Urlaubsreise mit einem Albtraum. Doch die israelische Serie "Unconditional", die ab Freitag, 8. Mai, bei Apple TV zu sehen ist, nimmt nach dem beklemmenden Auftakt erst richtig Fahrt auf.

Die Polizisten behaupten irgendwann, in Galis Rucksack seien Drogen gefunden worden. Sie verschwindet im russischen Justizsystem, und für Orna zerbricht die Welt. Je verzweifelter sie um Galis Freiheit kämpft, desto drängender wird die Frage: Wie gut kennt sie ihr Kind eigentlich wirklich?

"Unconditional" ist vor allem eine Serie über die Kraft und Entschlossenheit, die eine Mutter aufbringt, um ihr Kind zu beschützen. Egal was Gali getan hat. Das ist mit perfekten Spannungsbögen erzählt - als Thriller, der Orna in einen Sumpf aus Verbrechen und Korruption schickt und sich dabei Zeit nimmt für intime Momente und private Sorgen.

"The Smashing Machine" - WOW

Als Schauspieler war Dwayne "The Rock" Johnson bislang vor allem in komödiantischen Rollen zu sehen, in der Filmbiografie "The Smashing Machine" (ab Freitag, 8. Mai, WOW) beweist er nun, dass er auch das ernste Repertoire beherrscht. Der Ex-Wrestler Johnson verkörpert hier den US-amerikanischen Ringer Mark Kerr, der Anfang der 1990-er große Erfolge feiert, jedoch 1996 an der Olympiabewerbung scheitert. Als Konsequenz daraus wechselt Kerr ins Lager der Mixed-Martial-Arts-Kämpfer. Auch hier dominiert er, gilt schon bald als Überflieger, dessen gefährlichste Techniken bald verboten werden. Privat hingegen läuft es für Kerr alles andere als gut: Der Sportler ist opioidsüchtig, was nicht nur seine Gesundheit sondern auch die Beziehung zu seiner Freundin Dawn Staples (Emily Blunt) zunehmend belastet ...

Bei den Golden Globe Awards 2026 war Dwayne Johnson als bester Hauptdarsteller nominiert, musste sich letztlich allerdings gegenüber Wagner Moura ("The Secret Agent") geschlagen geben. Auch Emily Blunt erhielt nicht die erhoffte Trophäe als beste Nebendarstellerin. In dieser Kategorie gewann Teyana Taylor für "One Battle After Another". Bei den Internationalen Filmfestspielen von Venedig wurde "The Smashing Machine" 2025 immerhin mit dem Silbernen Löwen für die beste Regie (Benny Safdie) ausgezeichnet.

"In höchster Not - Bergretter im Einsatz" - ARD Mediathek

Nachdem die erste Staffel der Doku-Serie "In höchster Not - Bergretter im Einsatz" (ARD / BR) nicht nur mit guten Kritiken gewürdigt wurde, sondern mit 6,9 Millionen Abrufen in der ARD-Mediathek auch außerordentlich erfolgreich war, gibt es nun eine neue Staffel. Alle acht Folgen à 45 Minuten sind ab Mittwoch, 6. Mai, in der ARD-Mediathek abrufbar. Zu sehen ist in den fürwahr packend erzählten Beiträgen die Arbeit der Bergwachtler am Abgrund, stets Wind und Wetter ausgesetzt und nicht selten in einem Wettlauf mit der Zeit. Wer allerdings Hollywood-Actionkino erwartet, liegt schief. Hier geht es um die nackte Realität: um Abrufbarkeit rund um die Uhr, die präzise Organisation im Notfall, um Koordination und das Knowhow des Teams am Berg. Das alles aus der Perspektive der Retter und zum guten Teil mit eigener Kamera gefilmt.

Die Leute von der Bergwacht sind alle freiwillige Helfer, aber gut ausgebildet als Piloten, Kletterer oder Ärzte. Der Umgang mit Seil und Haken ist für sie eine Selbstverständlichkeit. Der Ton der Retter kann bei der Arbeit manchmal eher rau als herzlich sein, besonders wenn der zu Rettende keine Einsicht in die Gefährlichkeit der eigenen Lage hat. Ein steiler Hang fällt plötzlich zur Schlucht ab - es droht ein 100 Meter tiefer Sturz. Da klingen die Kommandos ("Hinsetzen, nicht bewegen!") ebenso sinnvoll wie barsch. Dabei ist es für die Bergretter unerheblich, ob sich der in Not Geratene aus Leichtsinn oder aus kaum nachvollziehbarer Abenteuerlust in die Bredouille brachte. Die Retter kennen nur ihre penible Funktion und den Erfolg ihrer Aktion.

Am Ende ist die Dokumentarserie, die im Reportagestil ohne Off-Kommentar auskommt, ganz nebenbei auch eine fortlaufende Warnung für Bergwanderer und Kletterer, eine Bergtour von Anfang bis Ende - mit Auf- und Abstieg - zu planen.

Quelle: teleschau – der mediendienst