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Eine Million für eine Nacht - ein fairer Deal? Viel diskutiertes Erotikdrama läuft heute im Free-TV


Autor: Teleschau  

, Freitag, 08. Mai 2026

Kluge Gesellschaftsstudie oder klischeehaftes Erotikdrama? An "Ein unmoralisches Angebot" von Skandal-Regisseur Adrian Lyne scheiden sich die Geister.


Kühle Erotik, brennende Leidenschaft, zügellose Exzesse - Adrian Lyne ist der Meister des erotischen Skandalkinos. Jüngstes und bislang letztes Beispiel aus dem Jahr 2022: "Tiefe Wasser, in dem Ben Affleck mit den Liebhabern seiner von "Bond"-Girl Ana de Armas gespielten Ehefrau kurzen Prozess macht. Bereits mit "9 1/2 Wochen" und "Eine verhängnisvolle Affäre" bewies der britische Regisseur ein Händchen für amouröse Leinwandspektakel. Mit "Ein unmoralisches Angebot" (Sonntag, 10. Mai, 22.45 Uhr, SWR) katapultierte sich Lyne 1993 wieder ins Zentrum der publicity-wirksamen öffentlichen Diskussionen. Die zentrale Frage, die der Film stellt: Sex gegen Geld - ist das ein fairer Deal, wenn Not herrscht?

Um präziser zu werden: Darf eine verheiratete Frau aus Geldnot für eine runde Million Dollar mit einem alternden Finanzriesen ins Bett steigen? Demi Moore spielte in dem sehenswerten, provokanten Liebesdrama "Ein unmoralisches Angebot" das Objekt der Begierde und von Finanzspekulationen: die attraktive Diane. Sie ist mit dem Architekten David (Woody Harrelson) glücklich verheiratet und schwebt im siebten Ehehimmel.

Frauenfeindlich oder gesellschaftskritisch?

Doch dann kommt der Schicksalsschlag: David verliert seinen Job, und das junge Glück steht ohne Geld da. Mit 5.000 gepumpten Dollar reist das Paar in die Casino-Stadt Las Vegas, wo diese Summe am Roulette-Tisch vervielfältigt werden soll. Dort begegnet Diane dem einsamen Milliardär John Gage (Robert Redford), der ihr ein verlockendes Angebot macht: Er bietet eine Million Dollar für eine gemeinsame Nacht.

Mit dem "unmoralischen Angebot" sorgte Adrian Lyne nicht nur für weltweite Schlagzeilen, sondern polarisierte auch das Kinopublikum: Während die einen "Indecent Proposal" - so der englische Originaltitel - als zeitkritische Gesellschaftsstudie heiß und innig liebten, empörten sich Kritiker und Frauenrechtlerinnen unisono über die "frauenfeindlichen Handlungsstränge" ("Cinema"). Sex für Geld - ja oder nein? Ein brisantes Thema, das der Regisseur jedoch erotisch-gekonnt durch die Story spinnt.

Quelle: teleschau – der mediendienst