Druckartikel: Einbruch auf einem Ausflugsschiff

Einbruch auf einem Ausflugsschiff


Autor: Elisa Eberle

, Freitag, 28. August 2026

Im zehnten "Krimi aus Passau" ermittelt Privatdetektiv Ferdinand Zankl (Michael Ostrowski) zunächst in einem recht harmlosen Fall: Die Glocke eines Ausflugsschiffs wurde entwendet. Als dann der Kapitän eines Nachbarschiffs verschwindet, wird der Fall schnell ernster als gedacht.


Mystik und Krimi - das ist in der deutschen Fernsehlandschaft schon lange keine ungewöhnliche Kombination mehr. Wie oft kam es in den vergangenen Jahren vor, dass Kommissare, während sie im Koma lagen, unterbewusst auf Verbrecherjagd gingen, so wie jüngst im ZDF-Film "Die Toten vom Bodensee - Im Schattenreich"? Derlei Experimente sind freilich nicht jedermanns Sache. Um so lauter wird manch traditionsbewusster Krimifan wohl bei "Verlorene Seelen. Ein Krimi aus Passau" (Regie: Daniel Rübesam, Buch: Michael Vershinin) aufatmen, entpuppt sich der eingangs erwähnte "Spuk" hier am Ende doch irdischen Ursprungs. Oder etwa nicht?

"Letzte Nacht wurde auf einem Ausflugsschiff eine Tür aufgebrochen und dann auch noch eine Schiffsglocke geklaut", berichtet Ferdinand Zankl (Michael Ostrowski) der ehemaligen Polizistin Frederike Bader (Marie Leuenberger) am Telefon. Der Privatdetektiv soll sich der Sache annehmen, bräuchte dabei aber eigentlich die Unterstützung seiner erfahrenen Kollegin. Leider ist die gerade privat beschäftigt: Tochter Mia (Nadja Sabersky) ist überraschend und vorübergehend wieder zu Hause eingezogen.

Eine Leiche im Wasser oder keine?

Also zieht Zankl zwangsläufig alleine los: "Der Maier von der Nachtschicht behauptet, auf dem Schiff soll es spuken", berichtet der Pförtner am Hafen (Wolfgang Haas): "Es gab Nächte, da war auf dem Schiff Licht zu sehen. Und einmal war sogar Musik zu hören, aber niemand war da. Und am nächsten Morgen war auch nichts geklaut oder beschädigt." Zankl glaubt natürlich nicht an Geister. Um den Ursprung allen Übels zu enttarnen, installiert er eine Überwachungskamera auf dem Schiff. Leider stürzt er dabei von der Leiter, er wird kurz bewusstlos und sieht, als er zur Reling taumelt, plötzlich eine Leiche im Wasser treiben.

Aufgrund seiner Kopfverletzung glauben zunächst weder die alarmierte Kriminalhauptkommissarin Hermine Grill (Xenia Tiling) noch Frederike Bader seiner Schilderung: "Es könnte ja sein, dass Sie konfabuliert haben", mutmaßt Letztere. Erst als herauskommt, dass Hans Lindegger (Martin Weinek), der Kapitän des benachbarten Wiener Transportschiffs, vermisst wird, kommt der Fall ins Rollen. Unter Verdacht geraten dessen Neffe Lenny Lindegger (Simon Morzé) und der Fischer Thade Gutsmiedel (Michael Roll), der mehr zu wissen scheint, als er zugibt.

Michael Roll als Retter in der Not

"Verlorene Seelen. Ein Krimi aus Passau" erzählt am Ende eine weitgehend konventionelle Geschichte, wie es sie in ähnlicher Form schon häufig in den oftmals sozialkritisch angesetzten Fernsehkrimis der öffentlich-rechtlichen Sender gab. Den eigentlichen Fall macht das jedoch nicht weniger spannend. Nicht zuletzt Michael Roll, den man zuletzt vor allem in der ZDF-"Herzkino"-Reihe "Lena Lorenz" sah, berührt als großherziger Retter in der Not.

Der heute 65-jährige Schauspieler engagiert sich auch privat im Rahmen der Tabaluga-Stiftung für traumatisierte Kinder: "Ich habe in meinem Leben so viel Glück gehabt, privat und beruflich, dass es für mich eine Selbstverständlichkeit ist, davon etwas zurückzugeben", erklärt er im Interview: "Es gibt so viel Leid und Not in unserer Welt, da muss man einfach versuchen zu helfen."

Ein elfter Film läuft nächste Woche

Für ihn und Hauptdarstellerin Marie Leuenberger war der Dreh am Hafen mit besonderen Anstrengungen verbunden, wie die 46-Jährige im Interview beschreibt: "An einem Drehtag im Industriehafen hat es stundenlang in Strömen durchgeregnet." Normalerweise warte ein Filmteam den Regenschauer ab, erklärt sie weiter: "Das ging diesmal aber nicht, weil wir sonst unser Pensum nicht geschafft hätten. Also drehten wir in strömendem Regen am Hafen. Das ganze Team war unkenntlich in seine Regenklamotten eingepackt. Nur wir Schauspieler müssen aus Anschlussgründen natürlich unsere Kostüme anhaben. Das wurde für uns trotz improvisierter Regenjacke also eine nasse Angelegenheit."

Bereits in der kommenden Woche ist Leuenberger erneut in der Rolle als Frederike Bader zu sehen: In "Wer einmal lügt. Ein Krimi aus Passau" taucht Mias Vater Adam Nolan (Raphaël von Bargen) nach zehn Jahren plötzlich in Passau auf. Als ein Buchhändler ermordet wird, gerät Adam schnell unter Tatverdacht ...

Sowohl der zehnte als auch der elfte "Krimi aus Passau" sind bereits ab Montag, 7. September, in der ARD Mediathek abrufbar.

Verlorene Seelen. Ein Krimi aus Passau - Do. 10.09. - ARD: 20.15 Uhr

Quelle: teleschau – der mediendienst