"Echter Andy Warhol" holt mehr als vierfachen Wunschpreis bei "Bares für Rares"
Autor: Bettina Friemel
, Freitag, 05. Juni 2026
Der Name der Pop-Art-Ikone sprach für sich und ließ Horst Lichter vor Ehrfurcht staunen und den Preis rasant nach oben steigen ...
"Oh! Handschuhe! Das ist ein edles Schriftstück", erkannte Horst Lichter in der Freitagsausgabe seiner ZDF-Trödelshow die Wichtigkeit der auf den ersten Blick unscheinbar wirkenden Karte. Noch ahnte er nicht, welch berühmten Namen der "Bares für Rares"-Verkäufer gleich nennen würde ...
"Was haben wir denn da Schönes?", fragte Lichter den Experten Detlev Kümmel. "Wir haben eine Signatur, eine Speisekarte", begann Kümmel. Da horchte der leidenschaftliche Koch Horst Lichter auf: "Was gab es denn Leckeres?" Kümmel deutete an: "Leckere französische Raffinessen."
Genaueres konnte Sepp aus Brunnen am Vierwaldstättersee erzählen: "Ich war Küchenchef und Gastronom." Lichter schlussfolgerte: "Dann hast du das Essen hier gekocht?" Der Verkäufer bestätigte: "Da hatte ich das Vergnügen und durfte für Andy Warhol und andere Gäste dieses Menü kochen." Bei dem Namen zuckte Horst Lichter vor Ehrfurcht zusammen: "Wow! Was hast du denn da Leckeres gekocht?"
Kümmel las vor: "Gänsestopfleber, Ochsenschwanzsuppe, danach gab es dann Kalb, zum Schluss gab es dann die Käseplatte, und danach gab es dann noch ein Soufflé mit heißen Früchten." Bei Lichter meldete sich ein Hüngerchen: "Ich würde das jetzt essen."
Doch es ging ja um die Signatur. "Nach dem Essen wurde ich in den Speisesaal gebeten", erzählte Sepp. "Und da hat mich jemand gefragt: Möchten Sie ein Autogramm von Andy Warhol?" Da sagte Sepp nicht nein. "Mit dem grünen Kugelschreiber hat er dann dieses Kunstwerk vollbracht."
Das Dinner fand am 24. Mai 1978 statt, zwei Tage vor Ausstellungsbeginn des Pop-Art-Künstlers in Zürich. "Andy Warhol ist nun mal eine Weltgröße in der Kunst", betonte Lichter. Kümmel fügte hinzu: "Er war damals schon eine Ikone" - und heute noch immer. "Von daher ist er schon eine der Größen überhaupt."
Die persönliche Widmung, die künstlerische Umrahmung des Wortes "Diner" sowie die Unterschrift machten aus der Speisekarte ein Unikat. "Es scheint ihm geschmeckt zu haben", meinte Kümmel. Außerdem bestätigte er die Echtheit: "Es ist definitiv eine Handsignatur."