"Furchtbare Entwicklung": Tom Bartels erwartet von Spielern "deutliche" Meinung zu WM-Ticketpreisen
Autor: Jens Szameit
, Montag, 15. Juni 2026
"Wirklich nicht nachvollziehbar", "eigentlich ein Skandal": Tom Bartels hat die FIFA wegen der WM-Ticketpreise scharf kritisiert. Von den Nationalspielern erwartet der ARD-Reporter, "dass jeder deutlich sagt, wie er das empfindet".
Politisch ist die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 gleich in vielfacher Weise belastet. Politische Statements hörte man aus Kreisen des DFB-Teams bislang aber nicht. Das liege jedoch nicht daran, dass bestimmte Themen tabuisiert wären, glaubt Tom Bartels. "Es gibt keine Maulkörbe", ist der ARD-Reporter, der am Sonntag das Spiel Deutschland gegen Curaçao kommentierte, überzeugt. "Ich weiß, dass einige ihre Meinung haben und die auch im Zweifel sagen würden."
Zwar würde er nicht von Joshua Kimmich erwarten, sich zum Krieg der USA in Iran zu erklären. Bei einem anderen Reizthema sieht der 60-Jährige die Nationalspieler jedoch in der Pflicht: "Zu Ticketpreisen würde ich immer erwarten, dass jeder deutlich sagt, wie er das empfindet. Weil da glaube ich, dass die Stimme der Spieler ganz, ganz wichtig ist." Das sagte Bartels im vor dem deutschen Eröffnungsspiel aufgezeichneten Podcast "Apokalypse & Filterkaffee".
Für seine Preispolitik bei den Eintrittskarten ist der Fußball-Weltverband seit Monaten in der Kritik. 2,6 Milliarden US-Dollar will die FIFA während des Turniers alleine mit Zuschauer-Einnahmen verdienen. Für durchschnittlich wohlhabende Fans sind und waren viele der angebotenen Stadion-Tickets kaum erschwinglich.
Tom Bartels: "Es ist eigentlich ein Skandal"
"Ich finde die Entwicklung furchtbar", schimpft Bartels im Podcast-Gespräch. "Das hat für mich nur noch etwas von Gewinnmaximierung." Schon bei der WM in Brasilien sei es so gewesen, dass nur wenige Karten in bezahlbaren Kategorien angeboten wurden. "Das ist für mich jammerschade." Es müsse möglich sein, dass die einfachen Leute, "die den Fußball hochhalten", die Chance bekommen, ein WM-Spiel zu besuchen. Andernfalls werde aus einer Fußball-Weltmeisterschaft "eine VIP-Veranstaltung, wo die Tickets 1.000 Euro kosten".
Zudem stimme die Behauptung von FIFA-Präsident Gianni Infantino nicht, dass die Preise bei den großen US-Sportarten in der gleichen Range liegen würden. Bartels stellt klar: "Die Preise bei der WM liegen deutlich, deutlich darüber, und es ist für mich wirklich nicht nachvollziehbar, es ist eigentlich ein Skandal."
Quelle: teleschau – der mediendienst