"Dinner"-Gastgeberin hat Kuh für den Hauptgang selbst geschlachtet: "Das ist der Alfred"
Autor: Bettina Friemel
, Montag, 20. Juli 2026
Am ersten Tag der Passau-Woche erwartet die Gäste beim "perfekten Dinner" ein besonderes Highlight: ein idyllischer Selbstversorgerhof mit ganz entzückenden Rindern zum Anfassen. Allerdings dämmert ihnen: Landet eins davon etwa heute auf dem Teller?
Auftakt-Gastgeberin Lena (29) lebt mit Sohn und Eltern auf einem Bauernhof in Fürstenstein bei Passau. Dort beherbergt sie außerdem schottische Hochlandrinder, Hühner, Puten, Enten und Pfauen. "Mein Einrichtungsstil ist sehr altmodisch. Ich liebe es, auf den Flohmarkt zu gehen und Dinge mit nach Hause zu nehmen", führt die landwirtschaftliche Helferin und ehemalige Tierarzthelferin durchs Haus. Die Tischdeko spiegelt den Wald wider, auch ein paar Pfauenfedern von den hofeigenen Tieren passen gut dazu.
Von ihren unbekannten "Dinner"-Gästen erwartet Lena, "dass die genauso verrückt sind wie ich". Hauptsache gesellig und gemütlich. Unter dem Motto "Hofrundgang" serviert sie folgende drei Gänge:
- Vorspeise: Auf'm Weiher - Ente / Knoblauch / Meerrettich
- Hauptspeise: Auf da Woad - Rund und Wirsing / Kartoffel / Wurzelgemüse
- Nachspeise: Im Woid - Quitte / weiße Schokolade / Nussmix
Ente und Rind hat Lena selbst geschlachtet: "Anders würde ich sonst kein Fleisch essen. Für mich ist das konsequent." Zum Hackfleisch für den Hauptgang hatte sie zuvor eine besonders enge Bindung: "Das ist der Alfred." Dessen Bild hat sie sich sogar auf den Oberarm tätowiert: "Es ist sehr makaber wahrscheinlich. Der ist mir auch sehr am Herzen gelegen." Aber: "Bei mir sind alle Kühe verewigt, die immer einen besonderen Platz haben."
Gudruns Erwartung: nette Menschen und gutes Essen
Was sich Gudrun (58) vom "perfekten Dinner" erwartet: "Da muss ein Wohlgefühl am Tisch sein mit den Menschen, und das Essen soll gut schmecken." Als Michael (55) auf dem Hof eintrudelt und die Viehherde entdeckt, seufzt er: "Ich hoffe jetzt wirklich, das Rind heute Abend hatte keinen Namen ..." Darüber will Gudrun lieber gar nicht nachdenken: "Mach mich nicht traurig."
Für die gute Stimmung reicht Lena gleich zur Begrüßung eine Goaßhalbe mit dunklem Weißbier, Cola und Kirschlikör: "Ich trinke nämlich sonst außer Bier gar keinen Alkohol, aber mit dem fühle ich mich ganz fein." Den Aperitif gibt es im Stall. "Das war eigentlich sehr spannend", gefällt Philipp (35) der Einstieg in den Abend, bei dem die Gäste die Rinder sogar mit Äpfeln füttern dürfen.
Einrichtung wie im "Jagdhäusl"
Das Wohnzimmer erinnert Michael an seine Kindheit: "Das sieht aus wie im Jagdhäusl meines Onkels früher." Gudrun schaut sich ebenfalls um: "Das ist ein ganz besonderes Design, da hat die Lena glaube ich ein Händchen dafür." Derweil stellt Lena in der Küche fest: Vier Fremde im Haus sitzen zu haben "ist schon gruselig". Doch alle sind nett und freuen sich über die Knoblauchsuppe mit frittierten Entenpralinen. "Die Entenpraline war eins meiner Highlights", findet Kerstin (34).