Gastgeberin Radost bezeichnet ihre Kochfähigkeiten als "solide". Am Ende des vierten Abends von "Das perfekte Dinner" (VOX) in Lüneburg sind die Gäste jedoch ganz anderer Meinung: Das war spitze! Doch das Unterhaltungsprogramm läuft kurzzeitig aus dem Ruder ...
Treffpunkt: ein Schrebergarten in Lüneburg. Hier beginnt der "Das perfekte Dinner"-Tag von Radost (29), die gerne saisonales Selbstgeerntetes kredenzen möchte und sich freut, "wenn mehr Leute mein Gemüse und Obst probieren". Unter anderem verwendet sie Rote Bete, Sellerie, Kräuter und Karotten aus dem Garten. "Ich habe noch keine Möhre geerntet. Ich hoffe, sie sind groß genug", zieht Radost am Grünzeug. Doch das winzige Karöttchen bringt sie zum Lachen: "Davon wird man jetzt vielleicht nicht unbedingt satt."
Die Senior Online Marketing Managerin hat ihre Freundin Anne (29) als Schnibbelhilfe eingeladen, die sich ebenfalls beim "perfekten Dinner" beworben hat. Dann kann sie schon mal Kameraerfahrung sammeln - sollte sie eine Zusage erhalten. Radosts Drei-Gänge-Menü trägt das Motto "Lüneburger Herbstgarten":
- Vorspeise: Nocke & Bete - Rote Bete / Ziegenfrischkäse / Walnuss / Himbeere
- Hauptspeise: Knolle & Meer - Kabeljau / Selleriepüree / Brokkoli und Möhre / Dill-Hollandaise
- Nachspeise: Ball & Beere - Tiramisu in weißer Schokolade / Haselnusssand / Himbeerpüree
"Das schmeckt schon gut beim Lesen", freut sich Eugenio (38) aufs Dessert. "Ich finde das Menü mega", erwartet Robert (44) ein Geschmacks-Highlight. Worin sich alle einig sind: Radost könnte heute das perfekte Dinner servieren.
Eugenio schwärmt: "Vorspeise aus einem Drei-Sterne-Restaurant"
Mit eingekochten Quitten vom eigenen Baum beginnt der Abend - in Form eines Quitten Spritz. Robert will wissen: "Was hast du denn aus dem Garten mitgebracht?" Da muss Radost die gekauften Karotten als Ersatz für die eigene Ernte gestehen: "Die waren wirklich so klein, da wärt ihr heute nicht satt geworden."
Rote Bete Carpaccio mit Ziegenfrischkäse-Nocken im Kräutermantel, Himbeervinaigrette und Feigen klingt sehr edel. Und sieht bei Radost auch so aus. "Wow!", fehlen Alina (27) beim Blick auf den kunstvollen Teller die Worte. Dass ihr sogar der ungeliebte Ziegenkäse schmeckt, ist ein weiteres Highlight: "Heute hat das sehr schön harmoniert." Lilia (46) stimmt zu: "Es ist unbeschreiblich gewesen." Eugenio schwärmt: "Hat sich angefühlt wie eine Vorspeise aus einem Drei-Sterne-Restaurant."
Rote Flecken auf weißer Wand
Um Ruhe für die Hauptspeise zu haben, beschäftigt Radost ihre Gäste mit Malen. Sie kann ja nicht ahnen, dass danach die Wohnung voller Farbflecken sein wird. Denn Lilia lässt die rote Farbe fallen und kleckert Boden und Wand voll. Mit weißer Farbe versucht sie, den Fleck zu vertuschen. Robert hofft, dass Radost in der Küche bleibt: "Ihr müsst Schmiere stehen, damit sie das nicht sieht." Er lacht über Lilias Vertuschungsmaßnahmen: "Sie ist der Tatortreiniger." Dann schaut Radost doch mal nach dem Rechten: "Warum war es grad einmal hier so laut?" Sie nimmt das Malheur mit Humor.