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Dietrich Grönemeyer über gesundes Altern: "Wir sind doch verrückt in dieser Gesellschaft"


Autor: Teleschau  

, Montag, 17. August 2026

"Das Leben genießen. Auch in schwersten Zeiten." Bei seinem "Volle Kanne"-Auftritt im ZDF erläuterte der Arzt und Autor Dietrich Grönemeyer ganz einfache Prinizipien für ein gesundes Leben im Alter. Mit der Politik in Deutschland ging er hart ins Gericht.


"Jung sein ist ein Geisteszustand" - so lautet ein Credo von Professor Dietrich Grönemeyer. Als Gast des ZDF-Magazins "Volle Kanne" legte der Arzt und Buchautor ausführlich dar, wie jede und jeder Einzelne den Prozess des Alterns positiv beeinflussen könne. "Nimm dir Zeit für dich selbst, achte auf dich, nimm dein Leben in die Hand, denn du bist deine eigene Marke", schärfte der ältere Bruder von Sänger Herbert Grönemeyer dem TV-Publikum ein.

Der 73-Jährige betonte: "50 Prozent eines gesunden Lebens liegt in unserer Hand." Die wichtigsten Leitlinien: "Guter Schlaf, gute Ernährung, individuelle Bewegung, Ruhe finden und in der Gemeinschaft leben." Ganz einfache Prinzipien also, die vielen Angeboten des "Longevity"-Hypes überlegen seien, wie der Vater dreier Kinder findet. "Wir werden verführt mit dem Gedanken, wir könnten unendlich leben", warnte er im ZDF. Damit sitze man einem Fake auf. Von Menschen, die sehr alt geworden sind, habe er bei Hospiz-Besuchen gelernt: "Bis zuletzt - denk an dich! Verstehe, was du da tust und bereite dich entspannt auf das Ende vor."

Grönemeyer, der sich als Verfechter einer Kombination von Natur- und Schulmedizin positioniert, kritisierte die Politik in Deutschland bei seinem "Volle Kanne"-Auftritt deutlich. "Wir sind doch verrückt in dieser Gesellschaft. Wir investieren in den Tod und nicht ins Leben. Wir investieren in Rüstung, aber nicht in Gesundheit", klagte der Mediziner.

"Das Leben genießen. Auch in schwersten Zeiten"

Auch über den Kostendruck auf der Pflege sprach er. "Das ist eine Katastrophe", sagte Grönemeyer in Bezug auf die eigene Mutter, der die passende Pflegestufe nicht bewilligt worden sei. "Da merkt die Politik überhaupt nicht, dass Gesundheit ein Kulturgut ist, dass wir in die Medizin investieren müssen, damit wir die Bevölkerung mental, körperlich und sozial fit halten. Wenn ich das einmal begreife, werden Kosten reduziert."

Schließlich sprach Dietrich Grönemeyer über private Schicksalsschläge. Viermal sei in seiner Familie Demenz aufgetreten, sein Bruder Wilhelm starb 1998 an Krebs. Sein eigenes Schicksal sieht er dadurch aber mitnichten besiegelt. Jeder Mensch verfüge über "Möglichkeiten, sich selbst zu reparieren, auch wenn unsere Gene von unseren Eltern andere waren", sagte der emeritierte Lehrstuhlinhaber für Radiologie.

Grönemeyer: "Ich muss nicht an Demenz erkranken, weil meine Eltern demenziell erkrankt waren. Ich muss nicht an Tumoren erkranken, weil mein Bruder an einem Lymphom verstorben ist. Ich kann selbst was tun, um geschwächte Gene zu reparieren." Das Allerwichtigste bei diesem Unterfangen sei: "Das Leben genießen. Auch in schwersten Zeiten."

Quelle: teleschau – der mediendienst