Kate Winslet mittendrin in der "finstersten Hölle"
Autor: Teleschau
, Donnerstag, 16. Juli 2026
Das "ARD SommerKino" diesmal nicht ganz unbeschwert, aber doch sehenswert: Im Biopic "Die Fotografin" spielt Kate Winslet eine Frau, die unbeirrt ihren Weg geht - und der führt direkt zur Weltkriegs-Front.
Sie wolle etwas "beitragen", sagt sie. Und zwar direkt an der Front, mittendrin in der "finstersten Hölle", um auf ihre Art den Schrecken des Zweiten Weltkriegs zu dokumentieren. Elizabeth "Lee" Miller war als Fotografin im Zweiten Weltkrieg eine echte Pionierin und ist bis heute ein Vorbild für viele Frauen, die gegen alle Widerstände ihren eigenen Weg gehen. Welchen Weg Miller konkret ging, davon erzählt das prominent besetzte Biopic "Die Fotografin", das jetzt als Free-TV-Premiere im "ARD SommerKino" zu sehen ist.
Oscar-Gewinnerin Kate Winslet verkörpert Lee Miller im Film, und sie war auch schon lange vor den Dreharbeiten eine große Verehrerin der 1977 verstorbenen Kriegsfotografin aus New York. Bereits 2015 wurde Winslet für die Hauptrolle besetzt, noch bevor Regisseurin Ellen Kuras oder das Autorenteam um Lem Dobbs und Liz Hannah sich dem Projekt anschlossen. Lee Miller sei eine "großartige Explosion der Extreme" gewesen, erklärte Winslet vor einigen Jahren, "eine extreme Liebhaberin, Denkerin, Lebensbejaherin, Köchin, 'Vogue'-Covergirl, Kriegskorrespondentin, Ikone, Mutter".
Kate Winslet für Golden Globe nominiert
In ihrer Jugend arbeitet Lee Miller als Fotomodell, dann wechselt sie die Seiten und wird selbst Fotografin. Sie will nicht nur die schönen Dinge zeigen, sondern alle Dinge, die gesehen werden sollten, auch wenn's wehtut. Und ganz sicher will sie sich nicht von irgendwelchen Männern vorschreiben lassen, was sie als Frau tun oder nicht tun kann. "Wir schicken keine Frauen an die Front", will ein Militär sie abwimmeln, als sie sich auf den Weg nach Frankreich macht. Aber Lee Miller, eine eigenwillige amerikanische Lady mit großer Klappe und noch größerem Selbstbewusstsein, lässt sich davon nicht aufhalten: "Warum sollen immer die Männer bestimmen?"
Wenn ein Film "Die Fotografin" heißt, ist es wohl ein Stück weit Ehrensache, dass das Personal hinter der Filmkamera sich besondere Mühe gibt und allergrößten Wert auf hochwertig fotografierte Bilder legt. Der polnische Kameramann Pawel Edelman verdient in der Hinsicht ein ausdrückliches Lob, er und Regisseurin Ellen Kuras waren 2023 auch für den Hauptpreis beim "Camerimage"-Festival nominiert, das auf Kameraarbeit spezialisiert ist. Der größte Trumpf dieses Biopics aber bleibt Kate Winslet, für die "Die Fotografin" spürbar mehr als nur irgendein weiterer Film ist. Ihre eindringliche, von der Kritik gefeierte Darbietung brachte ihr unter anderem eine Golden-Globe-Nominierung als beste Hauptdarstellerin ein.
Die Fotografin - Mo. 03.08. - ARD: 20.15 Uhr
Quelle: teleschau – der mediendienst